Gebrauchtwagen kaufen: Verbrenner-Denke gilt nicht für E-Autos
Wer einen gebrauchten Verbrenner kauft, weiß worauf er achten muss. Beim Elektroautokauf gelten aber andere Regeln - Kilometerleistung, Fahrzeugalter, Verschleiß, Wertverlust und vor allem der Akku wirken sich natürlich auf den Preis aus, aber auf eine Weise, die viele überrascht. Eine aktuelle Analyse des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung liefert auf Basis von über 30.000 Fahrzeugangeboten belastbare Zahlen dazu. Wir haben sie uns näher angesehen.
Wie stark beeinflussen Alter und Kilometerstand den Preis eines gebrauchten E-Autos?
Alter ist der wichtigste Preisfaktor - der Kilometerstand spielt beim E-Auto eine kleine Rolle.
Kurz nach der Erstzulassung liegt der Restwert eines Elektroautos bereits bei rund 85 Prozent - danach fällt er kontinuierlich und nähert sich bei älteren Fahrzeugen etwa 30 bis 35 Prozent. Das ist beim Verbrenner nicht grundlegend anders. Der entscheidende Unterschied liegt woanders: beim Kilometerstand.
Beim Verbrenner signalisieren viele Kilometer mechanischen Verschleiß an Motor, Getriebe und Kupplung - und das schlägt sich direkt im Preis nieder. Beim Elektroauto fehlt dieser Zusammenhang weitgehend. Der Antrieb besteht aus deutlich weniger beweglichen Teilen, Verschleiß fällt als Faktor fast weg. Das zeigen auch die Zahlen: Eine Verdopplung der Laufleistung drückt den Preis eines gebrauchten E-Autos laut Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung um gerade mal rund zwei Prozent.
Ein allgemeiner Hinweis zur Einordnung: Gebrauchtwagen haben sich in den vergangenen Jahren verteuert - weil auch Neuwagen aller Antriebsarten deutlich teurer geworden sind.
Wie stark beeinflusst die Batteriegröße den Preis eines gebrauchten E-Autos?
Die Batteriegröße ist ein wichtigster Preistreiber im Gebrauchtmarkt - und wird von vielen Käufern unterschätzt.
Laut Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung erhöhen zusätzliche 10 kWh Batteriekapazität den Preis eines gebrauchten Elektroautos um rund 14 Prozent. Der Grund ist naheliegend: Eine größere Batterie bedeutet mehr Reichweite - und Reichweite wird im Gebrauchtmarkt besonders honoriert.
Für Käufer bedeutet das: Die Batteriegröße sollte von Anfang an zum Kaufkriterium werden - nicht als Nachgedanke beim Preisvergleich, sondern als erster Filter bei der Modellwahl.
Wie gut ist der Akkuzustand - und was ist das E-Auto wirklich noch wert?
Der Akkuzustand ist der entscheidende - und am häufigsten übersehene - Wertfaktor beim gebrauchten Elektroauto.
Anders als Alter und Batteriegröße ist der Akkuzustand im Inserat oft nicht ausgewiesen. Dabei hat er einen großen Einfluss auf den Preis: Fahrzeuge mit Batteriezertifikat können vereinzelt bis zu 20 Prozent teurer sein als vergleichbare Fahrzeuge ohne. Der Grund ist einfach - wer den Zustand seines Akkus nachweisen kann, schafft Vertrauen und kann mehr verlangen.
Der sogenannte State of Health (SoH) gibt in Prozent an, wie viel der ursprünglichen Kapazität der Akku noch speichern kann. Er wird durch zwei Faktoren beeinflusst: das Alter des Fahrzeugs - denn Batterien altern auch im Stillstand - und das Ladeverhalten, also wie oft und auf welche Weise geladen wurde.
Was ist ein Elektroauto nach 10 Jahren noch wert? Das hängt maßgeblich vom Akkuzustand ab - ein gepflegter Akku mit nachweislich gutem SoH kann den Restwert deutlich über den Durchschnitt heben. Deshalb wird das Batteriezertifikat zunehmend zum Standard - und sollte beim Kauf eines gebrauchten E-Autos zur Pflicht werden.
Fazit: Günstig einsteigen - und noch günstiger fahren
Der Gebrauchtmarkt für Elektroautos ist längst kein Nischenthema mehr. Und er hat einen strukturellen Vorteil gegenüber dem Verbrennermarkt - vorausgesetzt, der Akkuzustand wird beim Verkauf offen kommuniziert. Dann weiß der Käufer mehr über den tatsächlichen Zustand des Fahrzeugs als je zuvor. Und wer die richtigen Fragen stellt - nach Baujahr, Batteriegröße und Akkuzustand statt nach Kilometerstand - findet heute ein breites Angebot zu fairen Preisen.
Wer einen Tipp braucht, wo es günstige, geprüfte Elektroautos mit Garantie und Batteriezertifikat gibt: Bei ecarso findet man eine breite Auswahl. Und steht der neue Gebrauchte erst einmal in der Einfahrt, lässt sich der effektive Kaufpreis noch weiter senken - mit der THG-Prämie gibt es jedes Jahr Geld zurück, einfach dafür, dass man elektrisch fährt. Jetzt informieren: thg.insta-drive.com!
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Simona Marino
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