Ladestationen Deutschland 2024

Ladestationen Deutschland 2024

Öffentliche Ladestationen

Moderne Elektroautos zeichnen sich durch ihre beeindruckende Reichweite aus, die bei einigen Modellen bereits über 700 km nach WLTP beträgt. Doch auch diese Fahrzeuge benötigen selbstverständlich eine Lademöglichkeit. Während das Laden in der eigenen Garage oder am Firmenstandort ein Privileg ist, das nicht jedem zur Verfügung steht, sind viele öffentliche Normalladepunkte in bebauten Gebieten und schnelle öffentliche Lademöglichkeiten, wie sie an Autobahnen zu finden sind, unerlässlich. Somit ist die öffentliche Ladeinfrastruktur ein zentraler Baustein für funktionierende Elektromobilität in Deutschland.

Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland schreitet zügig voran. Aktuell stehen landesweit bereits 39.766 Standorte mit insgesamt 126.402 Ladepunkten zur Verfügung. Dieser Fortschritt ist essentiell, um die steigende Anzahl von Elektrofahrzeugen zu unterstützen. Derzeit sind etwa 1,46 Millionen reine Elektroautos auf den Straßen unterwegs, und diese Zahl wächst kontinuierlich. Um die Elektromobilität weiter voranzutreiben, bleibt der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur ein zentrales Element.

Details zur Ladeinfrastruktur in Deutschland

Ein Blick auf die Details der Ladeinfrastruktur in Deutschland zeigt ein beeindruckendes Wachstum. Von den über 126.000 Ladepunkten verfügen 25 % über eine Schnellladeleistung von 43 kW oder mehr, was etwa 31.600 Schnellladepunkten entspricht. Diese Zahl mag im Vergleich zur Anzahl der Elektrofahrzeuge gering erscheinen, aber dank der kurzen Ladezeiten moderner Elektroautos kann ein Schnellladepunkt mehrmals täglich genutzt werden. Bei einer Betriebszeit von 8 Stunden täglich und einer durchschnittlichen Ladezeit von 30 Minuten können bis zu 16 Elektroautos pro Tag geladen werden. Somit stehen täglich ausreichend Kapazitäten für 505.600 Schnellladungen zur Verfügung, was für den aktuellen Bestand mehr als ausreichend ist, da natürlich nicht jedes E-Auto täglich geladen werden muss.

Normalladepunkte und ihre Kapazitäten

Neben den Schnellladepunkten dürfen die zahlreichen Normalladepunkte nicht vergessen werden, die meist mit 11 oder 22 kW laden können. Diese Ladepunkte ermöglichen es, täglich bis zu 2,5 Fahrzeuge zu laden, wenn man eine längere Betriebsdauer von 15 Stunden durch nächtliches Laden annimmt und eine durchschnittliche Ladezeit von 6 Stunden pro Fahrzeug einkalkuliert. Mit den 82.161 AC-Ladepunkten können so bis zu 205.403 Elektroautos pro Tag aufgeladen werden. Diese Normalladepunkte tragen wesentlich dazu bei, die tägliche Ladekapazität in Deutschland zu erhöhen.

Gesamtkapazität der Ladeinfrastruktur in Deutschland

Die deutsche Ladeinfrastruktur bietet bei Standardladungen mit Wechselstrom (11-22 kW) und Schnellladungen mit Gleichstrom (ab 43 kW) insgesamt eine Kapazität von 711.003 Ladevorgängen pro Tag. Diese Kapazität reicht zwar nicht aus, um jedes der 1,46 Millionen Elektrofahrzeuge täglich zu laden, jedoch ist das auch nicht erforderlich. Das aktuelle Bild zeigt, dass die Ladeinfrastruktur in Deutschland gut aufgestellt ist und bestens für den wachsenden Trend der Elektromobilität gerüstet ist.

Öffentliche Ladevorgänge und Nutzung von AC-Ladern

Zu Beginn der Elektromobilitätsoffensive haben vor allem Personen Elektroautos genutzt, die zu Hause laden konnten. Dies hat sich inzwischen deutlich verlagert, da Elektroautos nun für viele andere interessant geworden sind, unabhängig von der eigenen Ladesituation. Es wird geschätzt, dass etwa 10 % der Elektrofahrzeuge öffentliche AC-Lader nutzen, da sie zu Hause keine Lademöglichkeit haben. Wenn jedes dieser Fahrzeuge einmal am Tag vollgeladen wird, ergeben sich somit 146.000 öffentliche Ladevorgänge täglich (10% von 1,46 Millionen Fahrzeugen). Da man annehmen kann, dass vor allem in Städten, wo keine weiten Strecken zurückzulegen sind, die Ladehäufigkeit geringer ist, nehmen wir als Mittelwert eine Vollladung alle 3 Tage. Damit entzerrt sich die Situation noch weiter. Täglich werden somit nur ca. 48.666 öffentliche Wechselstromladungen benötigt.

Nutzung von Gleichstrom-Schnellladern

Bei Schnellladevorgängen sieht die Situation anders aus, da diese grundsätzlich von allen Elektroautofahrern genutzt werden. Schnelllader werden sowohl von Fahrern, die nicht zu Hause laden können, als auch von anderen E-Mobilisten auf Langstreckenfahrten genutzt. Diese Vielseitigkeit macht Schnellladepunkte zu einem zentralen Bestandteil der Ladeinfrastruktur. Sie sind besonders wichtig für die Effizienz und Bequemlichkeit des Ladevorgangs unterwegs und tragen wesentlich zur Akzeptanz und Verbreitung der Elektromobilität bei.

Auslastung der Schnellladeinfrastruktur

Sehen wir uns nun die Belegungsgrade der Schnellladeinfrastruktur an:
Für den Freizeitverkehr, der jeden betrifft, gehen wir von einem Schnellladevorgang pro Monat aus, was 1,46 Millionen Schnellladungen pro Monat ergibt. Hinzu kommen berufliche Langstreckenfahrten, die etwa 33% ausmachen. Bei beruflichen Fahrten wird angenommen, dass an jedem Arbeitstag einmal eine Schnellladung stattfindet, also 5 Schnellladungen pro Woche und rund 20 Ladungen pro Monat. Dies betrifft 481.800 Fahrzeuge (33% von 1,46 Millionen), was in 9,636 Millionen Schnellladungen pro Monat resultiert.
Zusätzlich gibt es jene, die zu Hause keine Lademöglichkeit haben und daher gelegentlich Schnelllader nutzen. Dies betrifft die oben genannten 10 %, also 146.000 Fahrzeuge. Wenn diese zweimal pro Woche aufladen, ergeben sich dadurch 1,168 Millionen Schnellladungen pro Monat (2 x 4 Wochen x 146.000). Insgesamt finden somit in Deutschland etwa 12,264 Millionen Schnellladungen pro Monat statt.

Die Kapazität der Schnelllader beträgt 15,168 Millionen Ladevorgänge pro Monat (235.984 x 30 Tage). Die Auslastung der Schnelllader in Deutschland liegt damit bei 80 %.

Destination Charger und ihre Bedeutung

Neben den Schnellladern gibt es in großen Städten auch zahlreiche sogenannte Destination Charger, also Ladepunkte, bei denen das Auto ohnehin geparkt wäre, zum Beispiel in Hotel-Tiefgaragen, sodass die Ladegeschwindigkeit weniger wichtig ist.
Deutschlandweit gibt es aktuell (Stand Juni 2024) 82.161 Anschlüsse für das Laden mit Leistungen von 11 kW bis 42 kW. Bei einer durchschnittlichen Ladedauer von 6 Stunden schafft ein Ladepunkt theoretisch die Vollladung von 4 Elektroautos pro Tag. Da jedoch die Nutzung nicht durchgehend erfolgt und die meisten Fahrzeuge nicht die gesamte Zeit an der Ladestation stehen, gehen wir von einer tatsächlichen Nutzungsdauer von 8 Stunden pro Tag und 2 Autos pro Ladepunkt aus. Somit sind pro Tag 164.322 Ladevorgänge möglich (2 x 82.161). Wenn hier 10 % der Elektroautos (146.000) täglich laden müssten, läge die Auslastung bei 89%.

Fazit

Der Trend zur Elektromobilität ist unaufhaltsam, und die Zahl der Elektroautos auf Deutschlands Straßen steigt stetig an. Gleichzeitig wächst auch die Anzahl der Ladepunkte, wodurch die Ladeinfrastruktur kontinuierlich verbessert wird. Dennoch ist es unerlässlich, den Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter voranzutreiben, um sicherzustellen, dass die Elektromobilität nicht ins Stocken gerät. Nur so kann die Nachfrage nach Lademöglichkeiten gedeckt werden, und die Umstellung auf umweltfreundliche Antriebe langfristig erfolgreich sein.

Der fortwährende Ausbau der Ladeinfrastruktur bleibt also eine zentrale Aufgabe, um die Elektromobilität in Deutschland nachhaltig zu unterstützen und den steigenden Bedarf an Lademöglichkeiten zu decken.

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