E-Auto laden: Was kostet das – und warum ist Strom so teuer?

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Was E-Auto-Laden wirklich kostet

Zuhause an der eigenen Wallbox ist Laden simpel: Stecker rein, warten, fertig. Unterwegs an der öffentlichen Ladesäule braucht man Ladekarte, App oder QR-Codes - und der Preis ist ein anderer. In Deutschland kommt zwangsläufig irgendwann die Frage: Warum ist Strom eigentlich so teuer? Die beantwortet unser heutiger Beitrag. Außerdem vergleichen wir die Kosten fürs Laden mit den Kosten fürs Tanken und zeigen, wie man beim Laden tatsächlich sparen kann.

Was kostet das Laden zuhause?

Bei einem Haushaltsstrompreis von rund 37 Cent pro kWh kostet das Laden zuhause aktuell je nach Fahrzeugklasse zwischen 4,50 und 7 Euro pro 100 Kilometer.

Die Rechnung ist einfach: Verbrauch mal Strompreis. Einige Beispiele: Bei einem Hyundai Inster (14,3 kWh/100 km) macht das rund 5,31 Euro pro 100 Kilometer, bei einem Mercedes CLA 200 EQ (12,3 kWh/100 km) etwa 4,56 Euro, bei einem Skoda Elroq (15,2 kWh/100 km) rund 5,64 Euro, bei einem VW ID.7 Tourer (15,0 kWh/100 km) 5,57 Euro und bei einem BMW i5 (17,9 kWh/100 km) rund 6,64 Euro. Je größer und schwerer das Fahrzeug, desto höher der Verbrauch pro 100 Kilometer, aber selbst in der Oberklasse bleibt Laden zuhause im einstelligen Eurobereich.

Wichtig dabei: Die 37 Cent sind der Durchschnitt über alle Vertragsarten hinweg (Daten des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft). Wer einen günstigen Neukundentarif hat, zahlt teils nur 25 Cent pro kWh, wer in der Grundversorgung steckt, auch mal über 40 Cent. Für die eigenen Ladekosten zählt natürlich der tatsächliche Tarif, nicht der Durchschnittspreis.

Hinweis: Alle Preise in diesem Artikel sind eine Momentaufnahme. Strom- und Ladepreise ändern sich regelmäßig, die genannten Zahlen zeigen also nur den aktuellen Stand.

Was kostet öffentliches Laden?

An AC-Ladesäulen kostet es zwischen 35 und 60 Cent pro kWh, an DC-Schnellladesäulen zwischen 49 und 99 Cent, je nach Anbieter und Tarif.(Stand: Sommer 2026).


Bei AC-Ladesäulen, dem langsameren Wechselstrom-Laden an Supermärkten oder im Parkhaus, liegt der Preis 2026 durchgehend zwischen 35 und 60 Cent pro kWh, bei DC-Schnellladesäulen an der Autobahn zwischen 49 und 99 Cent, je nach Anbieter und Vertrag. Über ADAC e-Charge zahlst du an Aral-Ladepunkten einheitlich 55 Cent pro kWh, ein Preis, der auch nach der Tarifanpassung von Aral Pulse am 1. Juli 2026 unverändert blieb.

Wie schnell sich diese Preise trotzdem ändern können, zeigt IONITY: Im Februar 2026 senkte der Anbieter seinen Ad-hoc-Tarif auf 69 Cent pro kWh, zum 1. Juli 2026 wurde er wieder um rund 4 Prozent teurer. Aktuell zahlst man ohne Registrierung 72 bis 80 Cent, mit der kostenlosen App-Anmeldung IONITY GO 68 Cent, mit Abo 41 bis 42 Cent.

Um wie viel ist ein E-Auto günstiger als ein Verbrenner?

E-Autos kosten pro 100 Kilometer durchweg weniger als vergleichbare Verbrenner, selbst beim teuren Ad-hoc-Laden ohne Vertrag.

Ein Vergleich in fünf Fahrzeugklassen zeigt das deutlich, jeweils E-Auto gegen einen ähnlich positionierten Verbrenner derselben Klasse:

Modell (E-Auto / Verbrenner) E-Auto Wallbox E-Auto öffentlich (Ad-hoc) Verbrenner
Hyundai Inster / Hyundai i10 5,31 € 10,30 € 10,91 €
Mercedes CLA 200 EQ / Mercedes CLA 220 4,56 € 8,86 € 10,70 €
Skoda Elroq / Skoda Karoq 5,64 € 10,94 € 12,63 €
VW ID.7 Tourer / VW Passat 5,57 € 10,80 € 11,34 €
BMW i5 / BMW 520i 6,64 € 12,89 € 13,48 €

In der Spalte 'öffentlich' wurde mit dem aktuellen IONITY-Ad-hoc-Preis von 72 Cent pro kWh gerechnet, in der Verbrenner-Spalte mit dem aktuellen Super-E10-Preis von rund 2,14 € pro Liter.

Am größten ist der Abstand bei Mercedes. Der CLA 200 EQ kostet an der Wallbox weniger als halb so viel wie der CLA 220 an der Tankstelle. Am knappsten fällt der Vorsprung bei VW ID.7 Tourer und Passat aus, hier trennen Wallbox-Laden und Tanken nur rund 5,80 Euro, aber öffentliches Ad-hoc-Laden bleibt immer noch unter dem Benzinpreis.

Warum ist Strom in Deutschland so teuer?

Die Gründe sind: hohe Kapitalkosten, ineffiziente Marktstrukturen und eine teure, zu langsam ausgebaute Netzinfrastruktur.


Nach einer Analyse der Internationalen Energieagentur (IEA) liegen die deutschen Haushaltsstrompreise weltweit an der Spitze. Der Bundesrechnungshof nennt dafür drei Hauptursachen: hohe Kapitalkosten und Zinsen beim Netzausbau, ineffiziente Marktstrukturen und Bürokratie, sowie eine Netzinfrastruktur, die zugleich zu teuer und zu langsam ausgebaut wird.

Energieökonomen rechnen für die kommenden Jahre eher mit steigenden als mit sinkenden Preisen, unter anderem wegen zusätzlicher Netzkosten und neuer Förderinstrumente für Gaskraftwerke. Bei konsequenten Reformen könnte aber ein Wert um 30 Cent pro Kilowattstunde langfristig erreichbar sein, aktuell liegt der Durchschnitt mit rund 37 Cent also noch deutlich darüber.

Für E-Auto-Fahrer bedeutet das: Der hohe Strompreis ist real und ein berechtigter Kritikpunkt an der deutschen Energiepolitik, ändert aber nichts an der Rechnung: Laden bleibt aktuell trotzdem günstiger als Tanken. Es steckt aber noch viel zusätzliches Sparpotenzial in einer besseren Strompolitik.

Wie senkst du die Ladekosten deines Elektroautos?

Am meisten sparst du mit einer Ladekarte, einem dynamischen Stromtarif für zuhause und, falls vorhanden, eigenem Solarstrom.


Am meisten sparst du, wenn du auf Ad-hoc-Zahlung ohne Vertrag verzichtest. Laut ADAC kostet Laden ohne Vertragsbindung bis zu 62 Prozent mehr als ein Tarif ohne Grundgebühr, bei einer typischen Schnellladung von 50 kWh liegt der Unterschied zwischen rund 20 und über 30 Euro für exakt dieselbe Energiemenge. Bei IONITY zeigt sich das deutlich:Mit dem Abo Passport Power (11,99 Euro im Monat) zahlst du 41 Cent pro Kilowattstunde, ohne Vertrag sind es 72 bis 80 Cent.

Für das Laden zuhause lohnt sich ein dynamischer Stromtarif, etwa von Tibber, aWATTar oder Octopus Energy. Diese Anbieter rechnen stundengenau nach dem Börsenstrompreis ab. Nachts ist Strom meist am günstigsten, mittags bei viel Sonne und Wind kann der Preis in seltenen Fällen sogar unter null Euro fallen, sodass du fürs Laden Geld zurückbekommst!

Wer eine eigene Photovoltaikanlage besitzt, kommt beim Laden mit dem eigenen Solarüberschuss auf 5 bis 12 Cent pro Kilowattstunde, deutlich unter jedem Netzstrompreis.

Fazit: Laden bleibt günstiger als Tanken

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In allen verglichenen Fahrzeugklassen bleibt das Laden zuhause deutlich billiger als Tanken, und selbst öffentliches Ad-hoc-Laden ohne Vertrag ist nicht teurer als Tanken.
Der hohe deutsche Strompreis ist aber ein berechtigter Kritikpunkt an einer trägen Energiepolitik, er verschiebt aber nur die Größenordnung des Vorteils, nicht seine Richtung.

Wer öffentlich nicht Ad-hoc zahlt, einen dynamischen Stromtarif nutzt oder mit eigenem Solarstrom lädt, drückt die eigenen Kosten noch weiter.

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Simona Marino
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