Der günstige Kleinwagen wird immer seltener
Kleinwagen galten lange als vergleichsweise günstiger Einstieg in die individuelle Mobilität. Doch vor allem Benziner sind in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden. Gleichzeitig ist die Auswahl kleiner geworden.
Bei Elektro-Kleinwagen zeigte sich zuletzt eine andere Entwicklung. Das Angebot wächst, und die Durchschnittspreise gehen zurück. Dadurch nähern sich Benziner und Elektroautos in einem Segment an, in dem der Preisunterschied lange besonders groß war.
Eine aktuelle Auswertung des ADAC zeigt, wie stark sich der Kleinwagenmarkt verändert hat. Dabei geht es nicht nur um die Preise, sondern auch darum, welche Antriebe künftig noch für vergleichsweise günstige Neuwagen stehen.
Wie groß die Unterschiede inzwischen sind, zeigt der direkte Vergleich von Preisen und Modellangebot bei Benzin- und Elektro-Kleinwagen, den wir in unserem Betrag beleuchten werden.
Wie stark sind die Preise für Benzin-Kleinwagen seit 2016 gestiegen?
Der Durchschnittspreis ist laut ADAC innerhalb von zehn Jahren um knapp 78 Prozent gestiegen.
2016 kostete ein neuer Benzin-Kleinwagen im Durchschnitt noch € 13.557. 2026 sind es bereits € 24.117. Damit ist der durchschnittliche Angebotspreis innerhalb eines Jahrzehnts um mehr als € 10.500 gestiegen. Aus dem klassischen günstigen Neuwagen ist damit ein deutlich kostspieligeres Produkt geworden.
Parallel dazu ist auch die Auswahl kleiner geworden. 2016 zählte der ADAC noch 71 Benzin-Modelle im Kleinwagensegment, 2026 sind es nur noch 46. Besonders auffällig ist dabei, dass die Preise nicht nur während der Lieferkettenprobleme rund um die Corona-Pandemie gestiegen sind. Auch danach ging es weiter nach oben: 2024 lag der Durchschnitt bei € 22.591, 2025 bei € 23.248 und 2026 schließlich bei € 24.117.
Diesel spielen im Kleinwagensegment inzwischen überhaupt keine Rolle mehr. Wer heute einen neuen Kleinwagen mit Verbrennungsmotor sucht, hat damit nicht nur weniger Auswahl als noch vor einigen Jahren, sondern muss für die verbliebenen Benziner im Schnitt auch erheblich mehr bezahlen.
Wie entwickeln sich Preise und Angebot bei Elektro-Kleinwagen?
Das Angebot wächst deutlich, der Durchschnittspreis ist seit 2024 wieder gesunken.
2016 führte der ADAC gerade einmal acht Elektro-Kleinwagen mit einem Durchschnittspreis von € 24.149. Zehn Jahre später stehen 37 Modelle zur Auswahl. Damit hat sich das Angebot mehr als vervierfacht.
Beim Preis verlief die Entwicklung zunächst allerdings klar nach oben. 2024 erreichte der Durchschnitt mit € 32.728 seinen bisherigen Höchststand. Seitdem hat sich die Richtung geändert: 2025 sank der Wert auf € 31.679, 2026 auf € 29.716. Gegenüber 2024 entspricht das einem Rückgang von gut neun Prozent.
Damit liegt der durchschnittliche Elektro-Kleinwagen erstmals seit 2020 wieder unter der Marke von € 30.000. Günstig sind E-Kleinwagen deshalb noch lange nicht. Mit Modellen wie dem Dacia Spring ab € 16.900, dem Leapmotor T03 ab € 18.900 oder dem Citroën ë-C3 ab € 23.450 gibt es inzwischen aber wieder mehr Angebote deutlich unterhalb des Durchschnittspreises.
Auffällig ist vor allem das Tempo, mit dem die Auswahl wächst: Noch 2024 zählte der ADAC 19 Elektro-Kleinwagen, zwei Jahre später sind es bereits 37.
Wie sehr nähern sich Benzin- und Elektro-Kleinwagen beim Preis an?
Der durchschnittliche Preisabstand hat sich seit 2016 nahezu halbiert.
2016 lagen zwischen beiden Antriebsarten noch mehr als € 10.500. Ein Benzin-Kleinwagen kostete damals im Schnitt € 13.557, ein Elektro-Kleinwagen € 24.149. Der elektrische Kleinwagen war damit rund 78 Prozent teurer.
2026 sieht das Bild deutlich anders aus. Benziner liegen inzwischen bei durchschnittlich € 24.117, Elektro-Kleinwagen bei € 29.716. Die Differenz beträgt damit nur noch € 5.599. Relativ gesehen liegt der Elektro-Kleinwagen im Schnitt noch rund 23 Prozent über dem Benziner.
Besonders schnell hat sich der Abstand in den vergangenen zwei Jahren verkleinert. 2024 trennten beide Antriebsarten noch gut € 10.100. Seitdem sind Benzin-Kleinwagen weiter teurer geworden, während der Durchschnittspreis der Elektro-Modelle gesunken ist.
Die Annäherung entsteht also nicht allein dadurch, dass Elektro-Kleinwagen günstiger werden. Ein erheblicher Teil geht darauf zurück, dass Benziner deutlich teurer geworden sind. Gleichzeitig rücken auch die Modellzahlen zusammen: 46 Benzin-Kleinwagen stehen 2026 bereits 37 Elektro-Modellen gegenüber.
Warum sind Benzin-Kleinwagen so teuer geworden?
Inflation, gestiegene Sicherheitsvorgaben und ein verändertes Modellangebot tragen zum Preisanstieg bei. Der ADAC hält das Ausmaß dennoch für unverhältnismäßig.
Mit Trumps Rückkehr ins Amt gewinnt die fossile Lobby wieder erheblichen Einfluss auf die US-Politik. Bereits in seiner ersten Amtszeit hat Trump gezeigt, dass er umweltschädliche Projekte, wie die Ausweitung von Öl- und Gasbohrungen, unterstützt. Organisationen wie Germanwatch sehen in Trumps erneuter Präsidentschaft eine direkte Bedrohung für die globalen Klimaziele. Der Fokus auf fossile Energien wird die USA von den innovativen Märkten der Zukunft, wie erneuerbare Energien und nachhaltige Technologien, abkoppeln und die wirtschaftliche Position des Landes langfristig schwächen.
Wie können Kleinwagen wieder bezahlbarer werden?
Der ADAC sieht Einsparpotenzial bei Ausstattung und Fahrzeugkonzept.
Nach Ansicht des Automobilclubs sollten Hersteller bei Kleinwagen wieder stärker auf bezahlbare und praktische Mobilität setzen. Ein Ansatzpunkt sei die Serienausstattung. Viele Modelle würden heute mit Komfort- und Unterhaltungssystemen angeboten, die den Preis erhöhen, aber nicht für alle Käufer entscheidend seien.
Als Beispiele nennt der ADAC unter anderem eine einfache Smartphone-Anbindung statt aufwendiger Infotainmentsysteme oder eine manuelle Klimaanlage statt einer Klimaautomatik. Bei Elektro-Kleinwagen sieht der Club auch andere Möglichkeiten zur Kostensenkung. Kleinere Batterien könnten ausreichen, wenn das Fahrzeug vor allem für den Stadtverkehr genutzt wird, und würden die Anschaffungskosten reduzieren.
Dass günstigere Elektro-Kleinwagen technisch möglich sind, zeigen aktuelle Modelle im Markt. Der Dacia Spring startet bei € 16.900, der Leapmotor T03 bei € 18.900 und der Citroën ë-C3 bei € 23.450. Auch neue Plattformen aus China könnten den Preisdruck weiter erhöhen. So entwickelt BYD eine Kleinwagen-Plattform nach dem Vorbild besonders kompakter japanischer Stadtfahrzeuge. Durch eine stärker integrierte Bauweise sollen weniger Komponenten benötigt und die Produktionskosten gesenkt werden.
Für europäische Hersteller bedeutet das wachsenden Druck im Einstiegssegment. Während viele klassische Kleinwagen mit Verbrennungsmotor aus den Modellpaletten verschwinden, entstehen bei Elektroautos neue Fahrzeuge, die von Beginn an auf niedrige Kosten ausgelegt sind. Der Wettbewerb um das bezahlbare Auto der Zukunft dürfte damit zunehmend über Plattformen, Produktionskosten und ein konsequentes Weglassen nicht notwendiger Ausstattung entschieden werden.
Fazit: Der Kleinwagenmarkt steht vor einem Richtungswechsel
Der günstige Kleinwagen mit Verbrennungsmotor wird immer seltener. Nicht nur die Preise sind gestiegen, auch die Auswahl an Modellen ist deutlich kleiner geworden.
Die Entwicklung bei Elektro-Kleinwagen zeigt hingegen, dass sich das Einstiegssegment verändert. Noch liegen elektrische Modelle im Durchschnitt über dem Preisniveau von Benzinern, der Abstand ist in den vergangenen Jahren aber deutlich kleiner geworden. Neue Modelle mit konsequentem Fokus auf niedrige Kosten könnten diese Entwicklung weiter beschleunigen.
Dabei geht es nicht nur um den Kaufpreis. Auch die laufenden Kosten und die politischen Rahmenbedingungen verändern die Attraktivität von Verbrennern. Steigende CO₂-Kosten, mögliche höhere Kraftstoffpreise und die zunehmende Ausrichtung der Hersteller auf elektrische Antriebe setzen fossile Neuwagen langfristig unter Druck.
Gerade im Kleinwagensegment ist diese Entwicklung besonders relevant. Hier zählen niedrige Anschaffungskosten und geringe Betriebskosten traditionell besonders stark. Der Wettbewerb um das bezahlbare Auto der Zukunft wird deshalb nicht nur über den Antrieb entschieden, sondern auch darüber, welche Hersteller Fahrzeuge mit passender Ausstattung, effizienter Produktion und einem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten können.
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Simona Marino
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