Renault Twingo Electric im Test: 12,5 kWh Verbrauch

Der Renault Twingo Electric im Alltagstest bei Elektrobays

Der Renault Twingo Electric ist ein Auto, das viele wahrscheinlich zuerst mit der Stadt verbinden. Kurze Wege, enge Parklücken, überschaubare Kosten und ein Format, das im Alltag möglichst unkompliziert funktionieren soll. Genau deshalb ist er für viele interessant, die zum ersten Mal über ein kleines Elektroauto nachdenken. Auf dem Papier wirkt so ein Fahrzeug vernünftig, sympathisch und praktisch.
Viele, die mit einem elektrischen Kleinwagen liebäugeln, stellen sich dabei wichtige zwei Fragen: Wie weit komme ich damit, wenn es nicht nur durch die Stadt geht, sondern auch auf die Autobahn? Und wie lange stehe ich an der Ladesäule, wenn der Akku danach wieder genug Energie für die Weiterfahrt braucht? Diese Punkte schaut sich der YouTube-Kanal ELEKTROBAYS beim Renault Twingo Electric genauer an. Tarik nimmt den kleinen Stromer gemeinsam mit seiner Frau zu einem Alltagstest mit, der zeigt, wie sich der Twingo außerhalb seiner klassischen Komfortzone schlägt.
Wir bereiten den Test für dich auf und schauen uns an, wie weit der Renault Twingo Electric auf der Autobahn kommt, wie sparsam er unterwegs ist, wie praktisch er sich im Alltag anfühlt und wie schnell du nach dem Laden wieder weiterfahren kannst. Los gehts!

Renault Twingo Electric im Test Heck INSTADRIVE ecarso

Welche Technik steckt im Renault Twingo Electric?

Der Renault Twingo Electric fährt mit 82 PS, Frontantrieb und einem 27 kWh großen LFP Akku vor, in der Techno Ausstattung kommen mehrere praktische Extras dazu.


Der Renault Twingo Electric hat einen 82 PS starken Frontantrieb und eine Batteriekapazität von 27 kWh. Beim Akku handelt es sich um einen LFP Akku, also einen Lithium Eisenphosphat Akku, der für seine robuste Zellchemie bekannt ist. Zum Start des Tests ist der Akku vollständig geladen, bei 100 Prozent zeigt das Fahrzeug eine prognostizierte Reichweite von 250 Kilometern an.

Angeboten wird der Renault Twingo Electric in zwei Varianten. Die Einstiegsversion heißt Evolution und startet bei 19.990 Euro. Diese Version besitzt kein One Pedal Driving, bietet aber eine Rekuperationsfunktion. Du kannst also beim Verzögern Energie zurückgewinnen, ohne dass der Wagen über eine besonders starke Ein Pedal Bedienung verfügt. Die höher ausgestattete Variante heißt Techno und startet bei rund 21.600 Euro. Der Aufpreis liegt damit bei etwa 1.600 Euro. In dieser Version sind unter anderem Alufelgen, eine Klimaautomatik, ein Google basiertes Infotainmentsystem mit Renault Assistent sowie One Pedal Driving enthalten.

Gerade bei einem kleinen Elektroauto können diese Ausstattungsunterschiede im Alltag spürbar sein. One Pedal Driving macht vor allem im Stadtverkehr einen Unterschied, weil du viele Verzögerungen allein über das Fahrpedal steuerst. Die Klimaautomatik erhöht den Komfort und wird im Test auch tatsächlich genutzt. Das Google basierte Infotainmentsystem mit Renault Assistent ist vor allem für die Navigation und Bedienung relevant. Die Techno Ausstattung ist deshalb nicht nur eine optische Aufwertung, sondern bringt Funktionen mit, die im täglichen Betrieb wichtig sind.

Technische Eckdaten und Varianten des Renault Twingo Electric

Technisches Merkmal Renault Twingo Electric
Motorart Elektromotor
Antriebsart Vorderradantrieb
Leistung 60 kW / 82 PS
Drehmoment 175 Nm
Batteriekapazität 27,5 kWh netto (im Test genannt: 27 kWh)
Zellchemie LFP / Lithium-Eisenphosphat
WLTP-Reichweite bis zu 263 km
WLTP-Verbrauch 12,6 bis 12,7 kWh/100 km, je nach Variante (im Test: 12,5 kWh/100 km Tagesdurchschnitt und 12,6 kWh/100 km Autobahn-Hinfahrt)
AC-Onboardlader 11 kW
DC-Ladeleistung 50 kW (im Test: 53,6 kW Peak, 41 kW Durchschnitt, 25 kW bei 80 Prozent)
DC-Ladezeit 10 bis 80 Prozent in ca. 30 Minuten (im Test: 9 bis 80 Prozent in 28 Minuten)
Beschleunigung 0–100 km/h 12,1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 130 km/h
Länge 3.789 mm
Breite 1.720 mm
Höhe 1.491 mm
Radstand 2.493 mm
Kofferraumvolumen 305 l nach VDA
Maximales Ladevolumen 966 l
Leergewicht 1.275 kg Evolution / 1.294 kg Techno
Zuladung 320 kg Evolution / 301 kg Techno

Wie effizient fährt der Twingo Electric auf der Autobahn?

Auf der 95 Kilometer langen Hinfahrt von Köln nach Maastricht verbraucht der Renault Twingo Electric bei 110 km/h nur 12,6 kWh/100 km.

Für den Autobahnteil wählt Tarik von ELEKTROBAYS eine Geschwindigkeit von 110 km/h. Das wirkt beim Renault Twingo Electric ziemlich sinnvoll, weil der Wagen mit seinem kleinen Akku nicht dafür gedacht ist, dauerhaft möglichst schnell über die Autobahn zu rasen. 110 km/h sind hier der Versuch, zügig voranzukommen, ohne die Reichweite unnötig stark zu belasten. Die Bedingungen: Es hat 32 Grad Celsius Außentemperatur, die Klimaautomatik ist aktiv und auf 22 Grad Celsius eingestellt.

Die Strecke führt über 95 Kilometer von Köln nach Maastricht. Vor der Fahrt rechnet das System mit einer Ankunft bei 44 Prozent Restkapazität. Tatsächlich kommt der Twingo Electric aber mit 54 Prozent Akku an. Gerade bei einem kleinen Elektroauto mit überschaubarer Batteriekapazität ist so eine Abweichung im positiven Sinn interessant, denn sie nimmt etwas Druck aus der Reichweitenplanung.

Der reine Autobahnverbrauch liegt auf dieser Etappe bei 12,6 kWh/100 km. ELEKTROBAYS bewertet das Ergebnis sehr positiv. Der Twingo Electric zeigt hier, dass er auch außerhalb seines klassischen Stadtumfelds sparsam bleiben kann, solange das Tempo zur Fahrzeugklasse passt. Er wird dadurch nicht zum großen Langstreckenauto, aber er wirkt auf dieser Autobahnetappe entspannter, als man es bei einem kleinen Stromer mit 27 kWh Akku zunächst erwarten könnte.

Wie praktisch ist der Innenraum im Twingo Electric?

Der Twingo Electric bietet einfache Ablagen, verzichtet aber auf einzelne Komfortdetails und kann durch seine flexible Sitzanlage mehr transportieren, als die Fahrzeuggröße erwarten lässt.


Die Erkenntnisse der Tester:

Im Innenraum gibt es Smartphone Ablagen in der Mittelkonsole. Damit ist zumindest für das Handy ein fester Platz vorgesehen. Weniger praktisch sind die fehlende Mittelarmlehne und der fehlende Schminkspiegel auf der Beifahrerseite. Die Mittelarmlehne ist nur als Zubehör erhältlich. Der Schminkspiegel fehlt komplett. Das sind keine Punkte, die über den Kauf allein entscheiden werden, sie könnten aber für den einen oder anderen unverzichtbar sein.

Beim Transport zeigt der Twingo Electric eine stärkere Seite. Im Test werden drei große Pflanzkübel, Blumenerde und Pflanzen eingeladen. Dafür hilft vor allem die einzeln verschiebbare Rückbank. Sie ermöglicht es, den verfügbaren Raum je nach Bedarf stärker für Gepäck oder stärker für Mitfahrer zu nutzen. Zusätzlich lässt sich die Beifahrerrückenlehne komplett flach umlegen. Dadurch können auch längere Gegenstände komfortabel eingeladen und transportiert werden, obwohl der Twingo Electric ein sehr kurzes Auto ist. Diese Lösung macht den Kofferraum im Alltag deutlich flexibler, als es die Außenmaße vermuten lassen.

Insgesamt ist der Innenraum funktional, aber nicht üppig ausgestattet.

Wie gut arbeiten Assistenzsysteme und Rückfahrkamera?

Die Techno-Variante bringt Abstandstempomat und Spurhaltesystem mit, bleibt bei Assistenzkomfort und Erkennungsgenauigkeit aber klar begrenzt.


In der getesteten Techno-Variante sind ein Abstandstempomat und ein Spurhaltesystem vorhanden. Der Abstandstempomat hilft dabei, den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu halten. Das Spurhaltesystem unterstützt zusätzlich, ersetzt aber keinen echten Lenkassistenten. Der Twingo Electric hält sich also nicht aktiv und dauerhaft selbst in der Mitte der Spur. Für gelegentliche Autobahnfahrten ist die Ausstattung damit brauchbar, für viel Langstrecke mit möglichst entspannter Assistenzunterstützung bleibt sie eher einfach.

Auffällig ist die unzuverlässige Schildererkennung. Im Test übersieht das System zweimal das Ende einer Geschwindigkeitsbegrenzung. Das ist vor allem deshalb relevant, weil eine falsche Anzeige im Auto schnell verunsichert oder schlicht nervt.

Auch die Rückfahrkamera überzeugt ELEKTROBAYS nicht vollständig. Kritisiert wird die Bildqualität. Das betrifft die Übersicht beim Rangieren. Gerade bei einem kleinen Stadtwagen ist eine brauchbare Kamera eigentlich ein naheliegender Vorteil, weil das Auto häufig in engen Parklücken genutzt wird. Insgesamt ist die Assistenz- und Kameraausstattung deshalb zweigeteilt: Die wichtigsten Grundfunktionen sind vorhanden, aber die Umsetzung wirkt nicht durchgehend sauber.

Renault Twingo Electric Cockpitansicht

Renault Twingo Electric im Test Cockpit INSTADRIVE ecarso

Wie weit kommt der Renault Twingo Electric im Test?

Der Twingo Electric schafft im Test 190 Kilometer mit 12,5 kWh/100 km Durchschnittsverbrauch und kommt trotz kritischer Navi-Prognose mit 9 Prozent Akku an der Ladesäule an.


Nach der 95 Kilometer langen Fahrt von Köln nach Maastricht folgte die Rückfahrt nach Frechen. Das Navigationssystem berechnete zunächst die Ankunft mit minus 2 Prozent Akku. Laut Prognose würde der Twingo Electric das Ziel also nicht mehr erreichen. Durch eine defensivere Fahrweise schafft man es aber trotzdem: An der Ladesäule kommt das Fahrzeug mit 9 Prozent Restakku an. Für einen kleinen Elektro-Stadtwagen mit 27 kWh Akku ist das ein wichtiger Praxiswert, weil hier nicht nur eine kurze Stadtfahrt bewertet wird, sondern eine längere Strecke mit hohem Autobahnanteil.

Die gesamte Tagesstrecke ist 190 Kilometer lang. Davon entfallen 185 Kilometer auf die Autobahn. Der Durchschnittsverbrauch über den gesamten Tag beträgt 12,5 kWh/100 km. Damit bleibt der Verbrauch praktisch auf dem Niveau der Hinfahrt, bei der 12,6 kWh/100 km gemessen wurden.

Die anfänglichen minus 2 Prozent Ladung am Zielort zeigen, dass man bei einem kleinen Akku die Reserve ernst nehmen muss. Die realen 9 Prozent an der Ladesäule zeigen aber auch, dass eine ruhigere Fahrweise spürbar etwas bringen kann. Der Twingo Electric ist natürlich kein Langstreckenauto, aber er wirkt weniger eingeschränkt, als man es bei einem kleinen Elektroauto mit kleinem Akku vielleicht erwarten würde.

Wie schnell lädt der Renault Twingo Electric am Schnelllader?

Der Twingo Electric lädt im Test von 9 auf 80 Prozent in 28 Minuten und erreicht dabei eine Peak-Ladeleistung von 53,6 kW.


Der Ladetest startet mit 9 Prozent State of Charge, also Akkuladestand. Geladen wird an einer 150-kW-Säule. Diese Säule ist deutlich leistungsstärker als das, was der Twingo Electric selbst abrufen kann, deshalb begrenzt hier nicht die Ladesäule, sondern das Fahrzeug. Renault gibt für den Twingo Electric offiziell 50 kW DC-Ladeleistung an. Im Test liegt der höchste gemessene Wert sogar leicht darüber: Der kleine Renault erreicht kurzzeitig 53,6 kW. Für ein Elektroauto mit kleiner Batterie ist das ein ordentlicher Wert, weil die absolute Ladeleistung zwar niedrig ist, aber im Verhältnis zur Akkugröße gut funktioniert.

Von 9 auf 80 Prozent dauert der Ladevorgang 28 Minuten. Die durchschnittliche Ladeleistung liegt bei 41 kW. Das ist für die Praxis wichtiger als der kurze Peak, weil nicht der höchste Einzelwert entscheidet, sondern wie stabil das Auto über den relevanten Ladebereich Strom aufnimmt. Auch bei 80 Prozent lädt der Twingo Electric noch mit 25 kW weiter. Für den Alltag bedeutet das: Nach einer längeren Autobahnetappe muss man nicht extrem lange warten, bis wieder eine sinnvolle Reichweite im Akku ist.

Der Twingo Electric wird durch diesen Ladetest natürlich nicht zum klassischen Langstreckenauto. Dafür ist der Akku zu klein und die DC-Ladeleistung begrenzt. Für gelegentliche längere Fahrten ist das Ergebnis trotzdem relevant, weil der Stopp überschaubar kurz bleibt.

Wie fährt sich der Twingo Electric im Vergleich zum Fiat 500 Elektro?

ELEKTROBAYS bewertet den Twingo Electric als sehr effizientes und stabiles Auto, während der Fiat 500 Elektro mit 118 PS klar mehr Leistung bietet.


Beim Fahreindruck hebt ELEKTROBAYS vor allem das stabile Fahrwerk des Twingo Electric hervor. Der kleine Renault liegt nach Einschätzung des Testers satt auf der Straße und wirkt bei Lastwechseln ruhiger als der Fiat 500 Elektro. Gerade bei einem kurzen, hohen Kleinwagen ist das relevant, weil solche Autos schnell etwas unruhig werden oder wanken können. Der Twingo Electric scheint hier gut abgestimmt zu sein.

Im Vergleich zum Fiat 500 Elektro zeigt sich aber auch der klare Unterschied bei der Leistung. Der Twingo Electric hat 82 PS, der Fiat 500 Elektro kommt auf 118 PS. Damit bietet der Fiat spürbar mehr Beschleunigung. Der Renault spielt seine Stärke nicht bei der Leistung aus, sondern bei Effizienz und Fahrstabilität. Wer ein besonders spritziges kleines Elektroauto sucht, wird den Leistungsunterschied merken. Wer dagegen vor allem sparsam, kontrolliert und angenehm unterwegs sein will, bekommt beim Twingo Electric ein sehr stimmiges Gesamtbild.

Fazit: Ist der Renault Twingo Electric mehr als ein Stadtstromer?

Der Renault Twingo Electric ist und bleibt ein kleiner Elektro Stadtwagen. Aber das ist auch seine Stärke: Er ist kompakt, sparsam und auf kurze Alltagswege ausgelegt. Der Test zeigt aber auch, dass er nicht sofort an seine Grenzen kommt, sobald die Strecke länger wird oder ein größerer Anteil Autobahn dazukommt. Wer mit realistischen Erwartungen an dieses Auto herangeht, bekommt daher keinen Langstrecken-Spezialisten, sondern ein Fahrzeug, das auch außerhalb der Innenstadt brauchbarer ist, als viele bei einem so kleinen Elektroauto vermuten würden.

Besonders überzeugend ist die Kombination aus niedrigem Verbrauch und überschaubarer Ladepause. Der Twingo Electric eignet sich damit vor allem für Fahrer, die überwiegend kurze und mittlere Strecken fahren, gelegentlich aber auch eine längere Etappe einplanen wollen. Wer ein kleines, effizientes Elektroauto sucht, das im Alltag wenig kompliziert ist, findet im Twingo Electric ein interessantes Gesamtpaket.

ELEKTROBAYS bewertet den kleinen Renault insgesamt positiv, vor allem wegen seiner Effizienz und seines stabilen Fahrgefühls. Dieser Bewertung können wir uns nur anschließen.

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Simona Marino
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