Nissan bringt den Pixo als Elektroauto zurück
In den Markt für günstige Elektroautos kommt immer mehr Bewegung. Vor allem im Klein- und Kleinstwagen-Segment wächst das Angebot, nachdem elektrische Modelle dort lange rar und oft vergleichsweise teuer waren. In diese Lücke zielt Nissan mit dem neuen Pixo.
Ganz neu ist der allerdings nicht: Schon von 2009 bis 2013 gab es in Deutschland einen Nissan Pixo mit Benzinmotor, nun kehrt das Modell als reines Elektroauto zurück.
Der kleine Stromer ist für den urbanen Alltag gedacht und setzt weniger auf große Reichweiten oder hohe Leistung als auf kompakte Abmessungen, einfache Bedienung und möglichst viel Nutzwert auf wenig Fläche. Schon auf dem Papier zeigt sich, dass ein Stadtauto heute technisch deutlich mehr bieten kann als nur niedrige Betriebskosten und einen kleinen Wendekreis.
Was unterscheidet den Nissan Pixo vom Renault Twingo?
Pixo und Twingo nutzen dieselbe RGEV-Small-Plattform. Nissan grenzt sein Modell vor allem über Design und Markenauftritt ab.
Gebaut werden beide Modelle im Renault-Werk Novo Mesto in Slowenien. Die technische Nähe ist also gewollt, optisch versucht Nissan jedoch, dem Pixo einen eigenen Charakter zu geben. Besonders deutlich wird das an der Front: Während Renault beim Twingo Anleihen beim Ur-Twingo nimmt, verzichtet Nissan auf den Retro-Look und setzt auf kantigere Formen sowie pixelartig gestaltete Leuchten.
Dazu kommen einige verspielte Details. In der Karosserie verstecken sich mehrfach „23“-Easter-Eggs. Der Hintergrund: Zwei heißt auf Japanisch „Ni“, drei „San“ > Nissan. Auch Farben wie Midnight Purple und Authentic Blue sollen den Pixo stärker vom französischen Schwestermodell abheben.
Ganz kaschieren lässt sich die Verwandtschaft allerdings nicht. Vor allem in der Seitenansicht bleiben Proportionen und Grundform sehr ähnlich. Nissan setzt damit weniger auf ein komplett neues Fahrzeug als auf eine eigenständige Interpretation derselben kompakten Elektroauto-Basis.
Wie fährt sich der Pixo und welche Technik steckt an Bord?
Der Nissan Pixo leistet 60 kW und fährt mit Frontantrieb. Dazu kommen One-Pedal-Technologie, Google built-in und zahlreiche Assistenzsysteme.
Mit 60 kW beziehungsweise 82 PS ist der Pixo nicht auf sportliche Fahrleistungen ausgelegt. Für den Stadtverkehr dürfte der Elektroantrieb dennoch ausreichend sein, vor allem, da das maximale Drehmoment eines E-Motors ohne Verzögerung zur Verfügung steht. Offizielle Angaben zur Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit fehlen noch. Derzeit werden rund 12 Sekunden von 0 auf 100 km/h und etwa 130 km/h Spitze angenommen, diese Werte sind von Nissan aber nicht bestätigt.
Im dichten Stadtverkehr soll vor allem die One-Pedal-Technologie für Komfort sorgen. Damit lässt sich der Pixo weitgehend über das Fahrpedal beschleunigen, verzögern und bis zum Stillstand abbremsen. Unterstützt wird der Fahrer unter anderem von einem adaptiven Tempomaten mit Stop-and-Go-Funktion, einem intelligenten Spurhalte-Assistenten und einer automatischen Einparkfunktion.
Auch beim Infotainment fährt Nissan für ein Auto im A-Segment vergleichsweise umfangreich auf. Hinter dem Lenkrad sitzt ein 7-Zoll-Fahrerdisplay, in der Mitte ein 10-Zoll-Touchscreen. Google übernimmt unter anderem Navigation und Routenplanung, während Gemini Sprachbefehle für Navigation, Unterhaltung und Kommunikation verarbeitet. Eine Gesichtserkennung erkennt die Person am Steuer und aktiviert automatisch die hinterlegten persönlichen Einstellungen. Über die MyNissan-App lassen sich zusätzlich verschiedene Fahrzeugfunktionen verwalten.
Wie weit kommt der Nissan Pixo und wie schnell lädt er?
Der Nissan Pixo schafft bis zu 259 Kilometer nach WLTP. Geladen wird mit 11 kW AC oder maximal 50 kW DC.
Im Unterboden steckt eine 27,5-kWh-Batterie mit Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP). Für Nissan ist sie eine Premiere: Der Pixo ist das erste Modell der Marke in Europa mit dieser Batterietechnik. Die Kapazität fällt gering aus, passt aber zur Ausrichtung als Stadt- und Kurzstreckenauto.
An der Schnellladesäule benötigt der Pixo laut Nissan rund 28 Minuten, um den Ladestand von 15 auf 80 Prozent zu erhöhen. Ein Rekordwert sind 50 kW DC zwar nicht, bei einer kleinen Batterie relativiert sich die vergleichsweise niedrige Spitzenleistung aber etwas. Entscheidend ist schließlich, wie lange das Auto tatsächlich an der Säule steht.
Für das Laden zu Hause oder am Arbeitsplatz sind serienmäßig bis zu 11 kW AC möglich.
Interessant ist zu erwähnen, dass Nissan ausdrücklich bidirektionales AC-Laden als Ausstattungsmerkmal nennt. Der Pixo kann elektrische Energie damit grundsätzlich nicht nur aufnehmen, sondern auch wieder abgeben. Welche konkreten Anwendungen Nissan dafür zum Marktstart unterstützt, geht aus den bislang veröffentlichten Angaben allerdings noch nicht hervor.
Wie viel Platz bietet der Nissan Pixo auf 3,80 Metern Länge?
Trotz Kleinstwagenformat bietet der Pixo vier Sitzplätze, 356 Liter Kofferraum und verschiebbare Rücksitze.
Mit 3,796 Metern Länge und 1,790 Metern Breite bleibt der Pixo im A-Segment. Der Radstand von 2,492 Metern nutzt die kurze Karosserie allerdings vergleichsweise konsequent aus. Nissan spricht von ausreichend Platz für bis zu vier Erwachsene. In engen Straßen und Parklücken hilft ein Wendekreis von nur 9,9 Metern.
Mehr Flexibilität bringen die beiden einzeln längs verschiebbaren Rücksitze. Je nachdem, ob gerade Beinfreiheit oder Stauraum wichtiger ist, lässt sich der verfügbare Platz entsprechend verteilen. Hinter den aufgestellten Rücksitzen stehen 356 Liter Kofferraumvolumen nach VDA zur Verfügung. Darin enthalten ist ein 50-Liter-Fach, in dem beispielsweise Ladekabel verschwinden können. Werden die Rücksitzlehnen umgeklappt, wächst das Ladevolumen auf bis zu 1.221 Liter.
Zusätzlich verteilt Nissan 18 Liter Ablagevolumen im Innenraum. Gerade bei einem nur knapp 3,80 Meter langen Auto sind solche Lösungen wichtiger als große Einzel-Fächer: Schlüssel, Smartphone, Getränke oder kleiner Alltagskram sollen ihren festen Platz finden, ohne den ohnehin begrenzten Innenraum zu blockieren.
Was kostet der Nissan Pixo und wann kommt er?
Der Nissan Pixo dürfte rund 20.000 Euro kosten. Die ersten Fahrzeuge sollen Anfang 2027 ausgeliefert werden.
Einen offiziellen Preis nennt Nissan bislang noch nicht. Als Orientierung dienen die technisch verwandten Modelle: Der Renault Twingo Electric startet bei 19.990 Euro, der Dacia Spring bei 17.900 Euro. Aufgrund der umfangreichen Serienausstattung des Pixo erscheint ein Einstieg um etwa 20.000 Euro plausibel.
Gewissheit soll es ab Dezember 2026 geben. Dann will Nissan die marktspezifischen Preise, Ausstattungen und Informationen zur Vorbestellung veröffentlichen. Die ersten Auslieferungen sind für Anfang 2027 vorgesehen.
Mit einem Preis um 20.000 Euro würde sich der Pixo direkt zwischen mehrere günstige Elektro-Kleinstwagen schieben. Ob das Angebot attraktiv wird, wird stark davon abhängen, wie Nissan die einzelnen Ausstattungslinien ausgestaltet.
Nissan Pixo Cockpitansicht
Was sind die Vorteile und Nachteile des Nissan Pixo?
Der Pixo punktet mit kompakten Abmessungen, guter Raumnutzung und moderner Serienausstattung. Einschränkungen zeigen sich vor allem auf häufigen Langstrecken. Hier unser Überblick:
| Vorteile | Einschränkungen |
|---|---|
| Sehr kompakte Abmessungen und nur 9,9 Meter Wendekreis | Für häufige Langstrecken nur bedingt ausgelegt |
| 356 Liter Kofferraum und flexibel verschiebbare Rücksitze | 50 kW DC sind auf längeren Autobahnfahrten eher knapp |
| Google built-in, Gemini und umfangreiche Assistenzsysteme | Nur vier Sitzplätze |
| Bidirektionales AC-Laden serienmäßig vorgesehen | Endgültiger Preis und genaue Ausstattungslinien noch offen |
Fazit: Der Pixo könnte genau zur richtigen Zeit kommen
Der Nissan Pixo kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Angebot kleiner und vergleichsweise günstiger Elektroautos in Europa endlich breiter wird. Entscheidend wird sein, ob Nissan Preis, Ausstattung und Alltagstauglichkeit überzeugend zusammenbringt.
Gerade im Stadtverkehr dürfte sich zeigen, wie wichtig kompakte Elektroautos für den weiteren Markthochlauf der Elektromobilität werden können. Wenn Modelle wie der Pixo bezahlbar bleiben und ohne große Abstriche im Alltag funktionieren, könnten sie für viele Städter interessanter werden.
Der Pixo steht für die Frage, ob Elektromobilität im unteren Preissegment wieder selbstverständlich werden kann.
Quellen:
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