E-Auto oder Benziner: Wann sparst du wirklich?

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Wie geht ein fairer Autokostenvergleich?

E-Auto oder Benziner, diese Frage scheint auf den ersten Blick einfach zu beantworten: hier der Strompreis, dort der Benzinpreis, schnell den Verbrauch vergleichen und fertig. So einfach ist es aber nicht. Die tatsächlichen Unterhaltskosten bestehen nicht nur aus Laden oder Tanken. Dazu kommen zum Beispiel noch Werkstattkosten, Reifenkosten, Versicherung, Steuer und vor allem der Wertverlust. Gerade der Wertverlust wird oft unterschätzt, obwohl er bei vielen Modellen den größten Kostenblock ausmacht.
Für Deutschland gibt es belastbare Daten für diesen Vergleich. Der ADAC veröffentlicht regelmäßig Kostenübersichten, die nicht nur einzelne Verbrauchswerte betrachten, sondern die Gesamtkosten über mehrere Jahre einordnen. Auf dieser Basis gehen wir in diesem Artikel der Frage nach: Wann spart ein Elektroauto wirklich? Wann kann ein Benziner trotzdem günstiger sein? Und wie findest du heraus, was für deine persönliche Situation gilt?

Warum reicht Strom gegen Benzin als Vergleich nicht aus?

Der Energievergleich ist wichtig, aber beim E-Auto hängt er stärker vom Ladeverhalten ab als beim Benziner vom Tankvorgang.

Wer Strom gegen Benzin rechnet, hat einen Faktor im Blick. Drei andere fehlen. Der ADAC teilt die Gesamtkosten eines Autos in vier Bereiche auf: Wertverlust, Betriebskosten, Fixkosten sowie Werkstatt- und Reifenkosten. Erst wer alle vier addiert, kann sagen, welcher Antrieb günstiger ist.
Für die aktuelle Kostenübersicht hat der ADAC 1.183 Neuwagen-Modelle analysiert, die in Deutschland lieferbar sind. Die Basis: fünf Jahre Haltedauer und 75.000 Kilometer, was einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern entspricht. Die Ergebnisse werden als monatliche Gesamtkosten und in Cent pro Kilometer ausgewiesen.
Die vier Kostenbereiche im Überblick: Der Wertverlust ist der größte Einzelposten und wird aus den Gebrauchtwagenwertnotierungen der Deutschen Automobil Treuhand abgeleitet. Die Betriebskosten umfassen Kraftstoff oder Strom, Motoröl, AdBlue und eine jährliche Pflegepauschale. Die Fixkosten beinhalten Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung sowie Kfz-Steuer, wobei die Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge bereits eingerechnet ist. Werkstatt- und Reifenkosten decken Inspektionen, Verschleißreparaturen und Reifenersatz ab.
Den Strompreis setzt der ADAC mit 0,44 Euro pro Kilowattstunde an, Benzin mit 1,92 Euro pro Liter, Stand April 2026. Der Strompreis ist ein Dreimonatsdurchschnitt und spiegelt einen Mix aus Heim- und öffentlichem Laden wider. Wer überwiegend zuhause lädt, zahlt in der Regel deutlich weniger, was die Betriebskosten des E-Autos weiter drückt.

Wo spart das E-Auto bei den laufenden Kosten wirklich?

E-Autos können vor allem bei den Themen Energie und Wartung sparen, aber nur dann deutlich, wenn Ladeprofil, Tarif und Modellkosten zusammenpassen.


Bei den Betriebskosten liegt das E-Auto in vielen Vergleichen vorn. Strom kostet pro Kilometer weniger als Benzin oder Diesel. Dazu entfallen Ausgaben, die beim Verbrenner regelmäßig anfallen: kein Motoröl, kein Ölwechsel, keine Zündkerzen, keine Abgasanlage, kein Getriebe im klassischen Sinne.

Auch bei den Werkstattkosten liegt das E-Auto vorn. Eine ADAC-Stichprobe aus dem Frühjahr 2026 verglich 120 Kostenvoranschläge bei Markenwerkstätten von BMW, Dacia, Hyundai, Mercedes-Benz und Volkswagen in Hamburg, Köln und München. Das Ergebnis: E-Autos kommen bei der Inspektion im Schnitt rund ein Drittel günstiger weg als vergleichbare Verbrenner. Typische Inspektionskosten bei kompakten Elektromodellen lagen zwischen 120 und 250 Euro, während vergleichbare Benziner schnell 300 bis 450 Euro kosten, besonders wenn Ölwechsel, Filter und Zündkerzen fällig werden.

Bei den Fixkosten ist das Bild weniger eindeutig. Zwar berücksichtigt der ADAC die Kfz-Steuerbefreiung für E-Fahrzeuge, gleichzeitig fließen aber auch Versicherungsannahmen und Typklassen ein. Deshalb sind die Fixkosten beim E-Auto nicht automatisch niedriger, auch wenn die Steuerbefreiung ein echter Vorteil bleibt.

Wann kann der Benziner trotzdem günstiger sein?

Ein Benziner kann günstiger sein, wenn der höhere Wertverlust des E-Autos seine Vorteile bei Betrieb und Werkstatt übersteigt. Der Kona-Vergleich wird zeigen: Bei ähnlicher Leistung kann das E-Auto trotz höherem Grundpreis knapp vorne liegen.

Der Wertverlust ist bei den meisten Autos der größte Kostenblock. E-Autos haben häufig einen höheren Listenpreis als vergleichbare Verbrenner, und wer mehr bezahlt, verliert nominal auch mehr. Ein Modell, das 10.000 Euro teurer ist und in ähnlichem Verhältnis an Wert verliert, erzeugt monatlich einen spürbar höheren Wertverlustbetrag.

Gerade bei günstigen Kleinwagen kann das die Betriebskostenvorteile vollständig aufzehren. Wer ein preisgünstiges Stadtauto kauft, zahlt beim Verbrenner einen niedrigeren Kaufpreis, verliert weniger Wert und kommt auch bei den Gesamtkosten günstiger weg, selbst wenn der Spritverbrauch höher ist.

Der Benziner kann also immer dann vorn liegen, wenn der Preisaufschlag des E-Autos groß ist und sich das im Wertverlust niederschlägt. Beim Einstiegsmodell mit kleinem Preisunterschied sieht die Rechnung dagegen anders aus.

Was zeigen konkrete ADAC-Modellbeispiele?

Die Zahlen aus der ADAC-Kostenübersicht Frühjahr/Sommer 2026 zeigen: Das Ergebnis ist modellabhängig und oft knapper, als man erwartet.

Zwei direkte Vergleiche aus der Datenbank:

E-Auto gegen Benziner: Zwei Modellpaare im ADAC-Kostenvergleich (Kosten pro Monat in Euro, Frühjahr/Sommer 2026, Daten des ADAC)

Modell Leistung Grundpreis Fixkosten Werkstatt/Reifen Betrieb Wertverlust Gesamt/Monat Cent/km
VW Golf 1.5 TSI Life 110 kW 33.890 € 117 € 68 € 153 € 418 € 755 € 60,4
VW ID.3 Pure 125 kW 33.330 € 127 € 65 € 104 € 466 € 763 € 61,0
Hyundai Kona 1.6 T-GDI Select 110 kW 28.500 € 168 € 82 € 175 € 325 € 750 € 60,0
Hyundai Kona Elektro 48,4 kWh Select 115 kW 38.340 € 149 € 69 € 101 € 423 € 741 € 59,3

Beim VW-Vergleich liegen Golf und ID.3 fast gleichauf. Der ID.3 Pure ist mit 125 kW etwas stärker motorisiert als der Golf 1.5 TSI Life mit 110 kW, kostet in der ADAC-Rechnung aber nur 8 Euro mehr pro Monat. Interessant ist dabei nicht der minimale Unterschied beim Endbetrag, sondern die Struktur dahinter: Der ID.3 spart im Betrieb deutlich, verliert diesen Vorteil aber fast vollständig über den höheren Wertverlust und etwas höhere Fixkosten.

Beim Kona dreht sich das Bild. Hier ist der Vergleich mit dem stärkeren Benziner einfacher zu ziehen als mit dem schwächeren Einstiegsmodell: Der Kona 1.6 T-GDI Select kommt auf 110 kW, der Kona Elektro auf 115 kW. Trotz deutlich höherem Grundpreis liegt das E-Modell am Ende knapp vorn. Der höhere Wertverlust bleibt zwar der große Nachteil, wird aber durch niedrigere Betriebs-, Werkstatt- und Fixkosten ausgeglichen.

Wie kannst du deine eigenen E-Auto-Kosten berechnen?

Die Grundinfos sind öffentlich zugänglich. Wer individueller rechnen will, braucht eine ADAC-Mitgliedschaft. Frei nutzbar ist beispielsweise auch der Kostenrechner von Agora Verkehrswende.


Die ADAC-Kostenübersicht für rund 1.200 Fahrhzeugmodelle steht als kostenloser PDF-Download bereit, ohne Anmeldung, unter adac.de/rund-ums-fahrzeug/auto-kaufen-verkaufen/autokosten/uebersicht. Sie enthält alle Kostenbereiche aufgeschlüsselt für jedes Modell.
ADAC-Mitglieder haben zusätzlich Zugang zum individuellen Kostenrechner mit über 8.000 Modellen. Dort lassen sich Haltedauer, Fahrleistung und weitere Parameter frei einstellen, was vor allem dann sinnvoll ist, wenn die eigene Fahrleistung deutlich über oder unter 15.000 Kilometer im Jahr liegt.

Eine frei zugängliche Alternative ist der Kostenrechner von Agora Verkehrswende. Dort kannst du Elektroautos mit Benzinern und Dieselautos vergleichen und Fahrleistung, Haltedauer, Energiepreise und Ladeanteile individuell einstellen. Der Rechner zeigt nicht nur die Kosten, sondern auch die Treibhausgasemissionen. Für diesen Artikel ist vor allem der Kostenteil spannend, weil er zeigt, wie stark Strompreis und Ladeverhalten die Rechnung verschieben können.

Für wen lohnt sich ein E-Auto in Deutschland 2026 finanziell besonders?

Für alle, die günstig laden können, viel fahren und beim Modell nicht ins unterste Preissegment gehen.


Drei Faktoren sind besonders wichtig:

Lademöglichkeit: Wer zuhause oder am Arbeitsplatz laden kann, zahlt weniger als den ADAC-Richtwert von 0,44 Euro pro Kilowattstunde. Das macht den Betriebskostenvorteil des E-Autos spürbar größer.

Fahrleistung: Wer mehr als 15.000 Kilometer im Jahr fährt, profitiert stärker von den niedrigeren Energiekosten. Fixkosten und Wertverlust bleiben ähnlich, aber die Energieersparnis summiert sich schneller.

Modellwahl: Im mittleren und oberen Preissegment fällt der prozentuale Preisaufschlag für das E-Modell oft kleiner aus als im Kleinwagensegment. Der Wertverlust belastet das E-Auto dann weniger stark, und der Betriebskostenvorteil kommt tatsächlich im Gesamtergebnis an.

Wie kannst du deine E-Auto-Kosten jedes Jahr weiter senken?

Mit der THG-Prämie lässt sich der CO2-Vorteil des Elektroautos jährlich zu Geld machen.


Wer ein reines Elektroauto fährt, kann jedes Jahr die THG-Prämie nutzen, um seine Fahrzeugkosten weiter zu senken. Elektroautos sind Nullemissionsfahrzeuge und können ihre eingesparten CO2-Emissionen an Unternehmen verkaufen, die gesetzlich zur Erfüllung der Treibhausgasminderungsquote verpflichtet sind. Der Halter erhält den Erlös aus dem Verkauf als jährliche Gutschrift.

Die Abwicklung läuft über Dienstleister, die das Fahrzeug beim Umweltbundesamt registrieren und die Prämie an die E-Auto-Fahrer weiterleiten. INSTADRIVE bietet diesen Service ebenfalls an und übernimmt die gesamte Abwicklung für den Kunden. Einmal anmelden, zurücklehnen und jedes Jahr kassieren. Jetzt informieren!

Fazit: Ist ein E-Auto insgesamt wirklich günstiger?

Das E-Auto ist kein pauschaler Gewinner im Kostenvergleich. Wer nur Strom gegen Benzin rechnet, sieht einen echten Vorteil. Wer alle relevanten Kostenbereiche über fünf Jahre zusammenrechnet, sieht: Die Rechnung hängt besonders vom Fahrzeugmodell, vom Kaufpreis, vom Wertverlust und vom eigenen Ladeverhalten ab.

Bei Betrieb und Werkstatt ist das E-Auto nach ADAC-Daten regelmäßig günstiger. Diesen Vorteil kann ein höherer Wertverlust aufheben, besonders wenn das E-Modell spürbar teurer als der Verbrenner ist.

Wer günstig laden kann, viel fährt und ein Modell mit moderatem Preisaufschlag wählt, kommt mit dem E-Auto oft billiger weg. Wer ein günstiges Stadtauto sucht und auf öffentliches Schnellladen angewiesen ist, sollte die Rechnung vorher machen. Die THG-Prämie verbessert die Bilanz des Elektroautos zusätzlich und ist ein Vorteil, den Verbrennerfahrer nicht haben.

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Simona Marino
Verkaufsleiterin

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