BMW iX4 (2027): Preis, Reichweite, Laden und Ausstattung

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BMW iX4: Sportliche Alternative zum iX3 oder reine Geschmackssache?

Mit dem neuen iX4 überträgt BMW sein bewährtes SUV-Coupé-Konzept auf die vollelektrische Neue Klasse. Der Neuzugang richtet sich an alle, denen die klassische SUV-Form zu gewöhnlich erscheint und die bei ihrem Elektroauto auch optisch ein Statement setzen möchten.

Ob die eigenwillige Form gefällt, dürfte auch beim iX4 für Diskussionen sorgen. Technisch verspricht BMW jedenfalls einiges. Doch was unterscheidet den Neuzugang tatsächlich vom iX3, welche Stärken bringt er mit und wo müssen Käufer möglicherweise Abstriche machen?

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Wie ist das Design des BMW iX4 und wie viel Platz bietet er?

Der BMW iX4 ist die sportlicher gestaltete SUV-Coupé-Variante des iX3. Beide sind gleich lang und breit, der iX4 ist jedoch vier Zentimeter niedriger. Seine flachere Dachlinie verbessert die Aerodynamik, reduziert aber auch das Kofferraumvolumen auf 490 bis 1.600 Liter.

An der Front ist die Verwandtschaft zum iX3 kaum zu übersehen. Beide Modelle tragen das neue BMW-Markengesicht mit schmalen, vertikal angeordneten Nieren und einer auffälligen Lichtsignatur. Seitlich zeigt der iX4 dagegen seinen eigenen Charakter: Das Dach fällt nach hinten deutlich ab und geht in ein kräftig gezeichnetes Heck mit integriertem Spoiler über. Auch die Heckleuchten sind Teil einer Gestaltung, die den sportlichen Anspruch unterstreicht.

Mit 4,78 Metern Länge und 1,90 Metern Breite ist der iX4 alles andere als zierlich. Der Radstand beträgt 2,90 Meter, die Fahrzeughöhe liegt bei 1,60 Metern. Trotz der Coupé-Silhouette wirkt der BMW daher ausgesprochen voluminös. Das Design dürfte polarisieren, schließlich verbindet es die wuchtige Erscheinung eines großen SUV mit einer betont dynamischen Dachform.

Die veränderte Karosserie bringt auch einen messbaren aerodynamischen Vorteil. Der Luftwiderstandsbeiwert sinkt gegenüber dem iX3 von 0,24 auf 0,23. Gleichzeitig fällt die Stirnfläche etwas kleiner aus. Das kommt dem Energieverbrauch zugute und erklärt mit, weshalb der iX4 bei vergleichbarer Antriebstechnik eine etwas höhere Reichweite erzielt.

Bereits serienmäßig verfügt der iX4 über sportliche M-Ausstattungsmerkmale. Sowohl der 40 xDrive als auch der 50 xDrive verfügen über das M Aerodynamikpaket, 20-Zoll-M-Leichtmetallräder und eine M Sportbremsanlage mit dunkelblauen Bremssätteln. Ebenfalls serienmäßig sind das Panoramadach mit Klimakomfortglas und die flächenbündigen, elektrisch ausfahrbaren Türgriffe.

Im Innenraum verspricht BMW trotz der abfallenden Dachlinie ausreichend Kopf- und Beinfreiheit für die Passagiere im Fond. Wie bequem insbesondere größere Erwachsene dort tatsächlich sitzen, muss allerdings erst ein unabhängiger Sitztest zeigen. Praktisch ist die im Verhältnis 40:20:40 teilbare Rücksitzlehne, deren Neigung sich manuell verstellen lässt.

Beim Gepäckraum muss sich das SUV-Coupé seinem kantigeren Bruder geschlagen geben. Der iX3 bietet mit 520 bis 1.750 Litern etwas mehr Stauraum. Im Alltag dürfte der Unterschied bei normaler Beladung überschaubar bleiben, beim Transport sperriger Gegenstände könnte die flachere Heckpartie des iX4 aber stärker ins Gewicht fallen. Der zusätzliche 58-Liter-Frunk unter der Fronthaube ist laut BMW wasser- und staubdicht und eignet sich beispielsweise für Ladekabel.

Auch als Zugfahrzeug ist der iX4 durchaus interessant. Beide Varianten dürfen gebremste Anhänger mit bis zu zwei Tonnen ziehen. Eine elektrisch aus- und einfahrbare Anhängerkupplung ist optional erhältlich.

Welche Antriebe und Fahrleistungen bietet der BMW iX4?

Der BMW iX4 startet mit zwei Allradvarianten: Der 40 xDrive leistet 374 PS, der 50 xDrive bringt es auf 469 PS. Beide nutzen die sechste Generation der BMW-eDrive-Technologie.


In beiden Modellen arbeitet jeweils ein Elektromotor an der Vorder- und Hinterachse. BMW kombiniert dabei eine stromerregte Synchronmaschine hinten mit einem Asynchronmotor vorne. Die Antriebskraft wird je nach Fahrsituation zwischen den Achsen verteilt. Das soll sowohl eine hohe Traktion als auch einen möglichst effizienten Betrieb ermöglichen.

Schon der iX4 40 xDrive liefert mit 520 Nm Drehmoment und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 5,6 Sekunden ausgesprochen sportliche Fahrleistungen. Der stärkere 50 xDrive erhöht das Drehmoment auf 645 Nm und erledigt den Standardsprint in 4,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei elektronisch begrenzten 200 beziehungsweise 210 km/h.

Für die Fahrdynamik spielt außerdem der Zentralrechner „Heart of Joy“ eine wichtige Rolle. Er koordiniert Antrieb, Rekuperation und Bremsen und soll besonders schnelle, präzise Reaktionen ermöglichen. In Verbindung mit der BMW Dynamic Performance Control wird das Zusammenspiel der einzelnen Systeme laufend an die Fahrsituation angepasst. Optional ist für beide Varianten ein adaptives M-Fahrwerk erhältlich.

Noch mehr Leistung verspricht der angekündigte BMW iX4 M60 xDrive. Das vorläufige Topmodell soll mit 450 kW (612 PS) und 875 Nm Drehmoment in nur 3,9 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 240 km/h. Eine spätere Markteinführung ist vorgesehen.

Wie weit kommt der BMW iX4 und wie schnell lädt er?

Der BMW iX4 erreicht je nach Variante bis zu 638 oder 828 Kilometer WLTP-Reichweite. An Schnellladesäulen sind maximal 300 beziehungsweise 400 kW möglich. Beide Modelle laden ihre Batterie unter optimalen Bedingungen in 21 Minuten von 10 auf 80 Prozent.

Der iX4 40 xDrive nutzt einen Akku mit 82,6 kWh netto, während im 50 xDrive ein deutlich größerer Energiespeicher mit 108,7 kWh steckt. Beide basieren auf der sechsten Generation der BMW-eDrive-Technologie mit zylindrischen Lithium-Ionen-Zellen und einer 800-Volt-Architektur.

Beim Stromverbrauch liegen die beiden Varianten überraschend nah beieinander. BMW gibt für den 40 xDrive 15,9 bis 19,1 kWh/100 km an, für den 50 xDrive sind es 15,7 bis 19,0 kWh/100 km. Trotz seiner größeren Batterie kann der stärkere iX4 damit sogar geringfügig sparsamer sein. Gegenüber dem technisch verwandten iX3 profitiert das SUV-Coupé außerdem von seiner günstigeren Aerodynamik.

Für längere Autobahnfahrten lohnt sich ein Blick auf die zusätzlichen WLTP-Verbrauchswerte im Zyklus „Extra High“. Hier nennt BMW 20,3 bis 24,3 kWh/100 km für den 40 xDrive und 20,0 bis 21,4 kWh/100 km für den 50 xDrive. Diese Werte bilden höhere Geschwindigkeiten innerhalb des WLTP-Prüfzyklus ab. Der tatsächliche Autobahnverbrauch hängt bekanntermaßen unter anderem vom gefahrenen Tempo, der Außentemperatur und der Bereifung ab.

An einer ausreichend leistungsfähigen DC-Ladesäule soll sich die Wartezeit in Grenzen halten. Innerhalb von zehn Minuten lassen sich laut BMW beim 40 xDrive bis zu 301 Kilometer WLTP-Reichweite nachladen, beim 50 xDrive sogar bis zu 387 Kilometer. Diese Spitzenwerte setzen allerdings einen entsprechend niedrigen Ladestand, eine optimal temperierte Batterie und die volle verfügbare Ladeleistung voraus.

Für das Laden zu Hause oder an öffentlichen AC-Ladesäulen verfügen beide Varianten serienmäßig über einen 11-kW-Bordlader. Damit dauert eine vollständige Ladung laut BMW beim 40 xDrive rund 8 Stunden und 15 Minuten, beim 50 xDrive etwa 11 Stunden. Optional lässt sich die AC-Ladeleistung auf 22 kW erhöhen, wodurch sich die Ladezeiten ungefähr halbieren.

Auch bidirektionales Laden gehört zum Funktionsumfang der Neuen Klasse. Über Vehicle-to-Home (V2H) kann der iX4 in Verbindung mit der optionalen BMW Wallbox Professional Strom an ein Haus abgeben. Vehicle-to-Grid (V2G) ermöglicht die Rückspeisung ins öffentliche Stromnetz, sofern die entsprechende Infrastruktur und Anbindung vorhanden sind. Für beide Funktionen gibt BMW maximal 11 kW an. Zusätzlich ist Vehicle-to-Load (V2L) mit bis zu 3,7 kW zum Betrieb externer Elektrogeräte optional verfügbar.

BMW iX4 Cockpitansicht

BMW iX4 Preis Reichweite Ausstattung Cockpit INSTADRIVE ecarso

Wie ist der Innenraum des BMW iX4 ausgestattet?

Der BMW iX4 übernimmt das digitale Cockpit des iX3 mit Panoramic iDrive und 17,9-Zoll-Touchscreen. Zur umfangreichen Serienausstattung gehören elektrisch verstellbare Vordersitze, eine Wärmepumpe und zahlreiche Assistenzsysteme.


Im Cockpit übernimmt der iX4 das Bedienkonzept des iX3. Besonders auffällig ist das BMW Panoramic Vision, das wichtige Fahrinformationen über die gesamte Breite des unteren Windschutzscheibenbereichs anzeigt. Hinzu kommt ein 17,9 Zoll großer Touchscreen in ungewöhnlicher Parallelogrammform. Ein 3D-Head-up-Display ist optional erhältlich. Als Betriebssystem dient BMW Operating System X, das unter anderem die Navigation, Fahrzeugfunktionen und den BMW Intelligent Personal Assistant steuert.

Auch beim Komfort lässt sich BMW nicht lumpen. Bereits ab Werk gibt es elektrisch verstellbare Vordersitze mit Memoryfunktion und Sitzheizung, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik sowie eine effiziente Wärmepumpe. Smartphones lassen sich kabellos laden und über den BMW Digital Key Plus sogar als Fahrzeugschlüssel verwenden. Die elektrisch betätigte Heckklappe mit Smart Opener und die automatisch öffnende und schließende Ladeklappe gehören ebenfalls zur Serienausstattung.

Bei den Fahrerassistenzsystemen setzt BMW auf das sogenannte Symbiotic Drive. Dahinter steckt das Zusammenspiel von Fahrer und elektronischen Helfern, das möglichst flüssige Eingriffe bei Lenkung und Geschwindigkeitsregelung ermöglichen soll. Serienmäßig sind unter anderem der Driving Assistant Plus, Spurhalte- und Spurwechselwarnung, Notbremsassistent sowie verschiedene Kollisionswarnsysteme. Beim Rangieren helfen eine Rückfahrkamera mit Panoramaansicht, Parksensoren und ein Rückfahrassistent.

Was kostet der BMW iX4 und wann kommt er auf den Markt?

Der BMW iX4 40 xDrive kostet in Deutschland ab 70.900 Euro, der stärkere 50 xDrive startet bei 75.900 Euro. Beide Varianten sind bereits konfigurierbar und sollen ab März 2027 ausgeliefert werden.

BMW positioniert das neue SUV-Coupé damit im Premiumsegment. Zwischen den beiden Motorisierungen liegen lediglich 5.000 Euro. Angesichts der Unterschiede bei Leistung und Batteriegröße dürfte der Aufpreis für den 50 xDrive viele Interessenten nicht abschrecken.

Die umfangreiche Serienausstattung relativiert zudem den hohen Einstiegspreis zumindest teilweise. Zahlreiche Komfort- und Technikfunktionen, für die bei anderen Modellen zusätzliche Ausstattungspakete erforderlich sind, gehören beim iX4 bereits zum Lieferumfang. Individuelle Wünsche lassen sich über verschiedene Lackierungen, Interieurvarianten und optionale Ausstattungspakete erfüllen.

Gebaut wird der BMW iX4 im ungarischen Werk Debrecen, wo auch der iX3 vom Band läuft. Der iX4 nach dem iX3 und dem i3 bereits das dritte Modell auf Basis der Neuen Klasse. Die leistungsstärkere Variante M60 xDrive soll im weiteren Verlauf des Jahres 2027 folgen.

Vor- und Nachteile des BMW iX4

Vorteile Nachteile
Bis zu 828 km WLTP-Reichweite Hoher Einstiegspreis von 70.900 Euro
Sehr hohe DC-Ladeleistung und kurze Ladezeiten 400-kW-Ladeleistung nur an entsprechend leistungsfähigen Ladestationen nutzbar
Leistungsstarke Allradantriebe in beiden Varianten Keine günstigere Heckantriebsvariante zum Marktstart
Umfangreiche Serienausstattung Weniger Kofferraumvolumen als der iX3
Bidirektionales Laden mit V2H und V2G Zusätzliche Hardware für bestimmte bidirektionale Ladefunktionen erforderlich
Bis zu 2.000 kg gebremste Anhängelast Tatsächliche Kopffreiheit im Fond noch nicht unabhängig überprüft

Fazit: Kann der BMW iX4 an frühere Erfolge anknüpfen?

Mit dem X4 und X6 hat BMW bereits bewiesen, dass polarisierendes Design kein Hindernis für kommerziellen Erfolg sein muss. Auch der neue iX4 dürfte vor allem Käufer ansprechen, die bewusst ein Fahrzeug mit eigenständigem Charakter suchen. Ob dieses Konzept bei Elektroautos genauso gut funktioniert, bleibt abzuwarten.

Die Voraussetzungen erscheinen jedenfalls vielversprechend. BMW kann auf die Erfahrungen mit seinen bisherigen SUV-Coupés zurückgreifen und hat mit der Neuen Klasse eine moderne technische Grundlage geschaffen. Wie überzeugend der iX4 tatsächlich fährt, werden unabhängige Tests zeigen.

Langfristig dürfte der Erfolg des iX4 auch ein interessanter Gradmesser dafür werden, wie gut sich das BMW-Erfolgsrezept unterschiedlicher Karosserievarianten in die elektrische Zukunft übertragen lässt.

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Simona Marino
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