Digitaler Führerschein kommt noch 2026: Das musst du wissen

Führerschein auf Handy INSTADRIVE ecarso

Der Führerschein steht vor einem digitalen Wandel

Der klassische Führerschein gehört seit Jahrzehnten ganz selbstverständlich zum Autofahren dazu. Doch auch vor diesem Dokument macht die Digitalisierung nicht halt. Was lange nach Zukunftsmusik klang, soll schon bald Realität werden: Der Führerschein auf dem Handy. Für Autofahrer könnte das eine durchaus praktische Erleichterung bedeuten. Allerdings wirft die Umstellung auch Fragen auf: Wie unkompliziert funktioniert die digitale Lösung tatsächlich? Welche Einschränkungen gibt es? Und wie steht es um den Schutz persönlicher Daten? Denn so bequem digitale Dokumente auch sein mögen, entscheidend ist letztlich, dass sie im Alltag zuverlässig funktionieren. Wir zeigen, worauf sich Autofahrer einstellen können.

Ab wann und wo gilt der digitale Führerschein?

Der digitale Führerschein soll Ende November 2026 in Deutschland eingeführt werden und zunächst nur dort gültig sein. Eine EU-weite Lösung ist bis spätestens 2030 geplant.

Das Bundesverkehrsministerium hat den Zeitplan inzwischen konkretisiert. Während bislang lediglich eine Einführung bis Ende des Jahres angekündigt war, soll es nun bereits in wenigen Wochen so weit sein. Einen verbindlichen Stichtag gibt es allerdings noch nicht. Das Ministerium bestätigte den geplanten Start sowohl gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung als auch auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks.

Wer regelmäßig mit dem Auto ins Ausland fährt, muss vorerst weiterhin an seinen Kartenführerschein denken. Das gilt auch für kurze Fahrten über die Grenze, etwa von Deutschland nach Österreich oder in die Niederlande. Die deutsche Digitalversion wird dort zunächst nicht anerkannt.

Dauerhaft soll es bei dieser Einschränkung allerdings nicht bleiben. Die Europäische Union arbeitet an einem einheitlichen digitalen Führerschein, der künftig in sämtlichen Mitgliedstaaten anerkannt werden soll. Spätestens 2030 soll diese Lösung verfügbar sein. Dann könnten Autofahrer ihren Führerschein auch bei Fahrten innerhalb der EU auf dem Smartphone vorzeigen. Bis dahin bleibt die deutsche Variante eine nationale Lösung, während der klassische Kartenführerschein für internationale Fahrten unverzichtbar ist.

Wie bekommt man den digitalen Führerschein aufs Smartphone?

Der digitale Führerschein wird über die kostenlose i-Kfz-App bereitgestellt. Zur Einrichtung sind ein Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion und die zugehörige PIN erforderlich.


Die Anwendung wurde vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und der Bundesdruckerei entwickelt und ist bereits seit rund einem Jahr für den digitalen Fahrzeugschein im Einsatz. Nutzer können darin beliebig viele Fahrzeugscheine hinterlegen, Fahrzeugdaten abrufen und Dokumente digital weitergeben. Außerdem lässt sich automatisch überprüfen, ob die hinterlegten Daten noch aktuell sind. Künftig soll die App auch den Führerschein verwalten können.

Für die erstmalige Einrichtung müssen sich Nutzer elektronisch ausweisen. Wer seine Ausweis-PIN vergessen hat, kann den Anfang Oktober wieder eingeführten PIN-Rücksetzdienst der Bundesregierung nutzen. Der Service ist kostenlos, die Zustellung der neuen PIN erfolgt per Postident-Verfahren.

Allerdings funktioniert die App nicht auf jedem Smartphone. Apple-Nutzer benötigen mindestens iOS 17, bei Android-Geräten wird Version 12 oder neuer vorausgesetzt. Schwierigkeiten gibt es insbesondere bei alternativen Android-Betriebssystemen ohne Google-Dienste, etwa GrapheneOS oder LineageOS. Auch Huawei-Smartphones und ältere Motorola-Modelle werden laut Bundesverkehrsministerium nicht unterstützt. Neuere Motorola-Geräte wie das Edge 50 Neo, Edge 50 Ultra und Razr 50 Ultra sind dagegen ausdrücklich kompatibel.

Wie sicher ist der digitale Führerschein?

Der digitale Führerschein soll durch technische Sicherheitsmaßnahmen geschützt werden. Datenschützer warnen dennoch vor ungewollter Datenweitergabe und der möglichen Erstellung von Nutzungsprofilen.

Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) hält es grundsätzlich für möglich, Führerscheindaten sicher auf dem Smartphone bereitzustellen. Allerdings besteht das Risiko, dass andere Anwendungen auf persönliche Informationen zugreifen könnten. Nach Einschätzung der Behörde wurden bereits Vorkehrungen getroffen, die diese Gefahr erheblich reduzieren sollen.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Nachverfolgbarkeit. Wenn jemand seinen Führerschein beispielsweise bei einer Polizeikontrolle oder Autovermietung vorzeigt, darf daraus kein überwachbares Nutzungsprofil entstehen. Insbesondere soll die Führerscheinstelle nicht automatisch darüber informiert werden, wann und wo das digitale Dokument verwendet wird.

Auch der Automobilclub von Deutschland (AvD) sieht bei Datenschutz und Datensicherheit noch Klärungsbedarf und warnt vor einer überhasteten Einführung.

Das Bundesverkehrsministerium verweist dagegen auf umfangreiche Datenschutz- und IT-Sicherheitskonzepte der i-Kfz-App. Beim bereits verfügbaren digitalen Fahrzeugschein sollen unter anderem die elektronische Authentifizierung und die Gerätesperre unbefugte Zugriffe verhindern. Inwieweit sämtliche Schutzmaßnahmen auch für den neuen Führerschein gelten, bleibt abzuwarten.

Konkrete Sicherheitslücken beim deutschen digitalen Führerschein sind bislang nicht nachgewiesen. Die geäußerten Bedenken betreffen vor allem mögliche Risiken, die bei der technischen Umsetzung zuverlässig ausgeschlossen werden müssen.

Die EU wird dadurch stärker in die Pflicht genommen, ihre Klimaziele entschlossener zu verfolgen und Kooperationen mit anderen Ländern zu intensivieren. Deutschland und die EU könnten auf der nächsten Klimakonferenz in Baku eine führende Rolle übernehmen, um die Dringlichkeit weltweiter Klimamaßnahmen zu betonen.

Was ändert sich durch den digitalen Führerschein im Alltag?

Bei Polizeikontrollen in Deutschland genügt künftig der digitale Führerschein auf dem Smartphone. Der Kartenführerschein muss dann nicht mehr mitgeführt werden. Auch Mietwagen und Carsharing sollen einfacher nutzbar werden.


Für Autofahrer bedeutet das vor allem, dass sie künftig eine Plastikkarte weniger mit sich herumtragen müssen. Der digitale Führerschein erhält dabei denselben praktischen Zweck wie das bisherige Dokument: Er dient als Nachweis der Fahrerlaubnis. Rechtlich bleibt der klassische Führerschein jedoch bestehen. Die digitale Variante ergänzt ihn lediglich, statt ihn vollständig abzulösen.

Besonders interessant dürfte die Neuerung für Menschen sein, die regelmäßig Mietwagen oder Carsharing-Fahrzeuge nutzen. Bislang ist die Überprüfung der Fahrerlaubnis häufig mit dem Vorzeigen oder Einscannen des Kartenführerscheins verbunden. Künftig könnten digitale Nachweise diesen Vorgang vereinfachen und die Fahrzeugübernahme beschleunigen. Wie reibungslos das funktioniert, hängt allerdings auch davon ab, ob und wie die jeweiligen Anbieter das neue Verfahren unterstützen.

Ein gewisser Vorbehalt bleibt außerdem: Wer sich ausschließlich auf sein Smartphone verlässt, ist auf dessen Funktionsfähigkeit angewiesen. Ist der Akku leer oder das Gerät defekt, lässt sich der digitale Führerschein nicht vorzeigen. Der klassische Kartenführerschein dürfte deshalb für viele Autofahrer auch weiterhin ein sinnvoller Begleiter bleiben.

Fazit: Der digitale Führerschein muss sich erst beweisen

Ein Führerschein auf dem Smartphone ist technisch längst keine Sensation mehr. Für die Digitalisierung der deutschen Verwaltung könnte er dennoch zum wichtigen Gradmesser werden. Nach früheren Fehlstarts muss das neue Angebot zeigen, dass staatliche Apps nicht nur ambitioniert angekündigt werden, sondern auch dauerhaft zuverlässig funktionieren. Entscheidend wird sein, wie unkompliziert die Bedienung tatsächlich ausfällt und ob die Menschen Vertrauen in die digitale Lösung entwickeln. Gelingt das, könnte der Führerschein den Weg für weitere digitale Behördendokumente ebnen. Andernfalls droht eine gute Idee an ihrer praktischen Umsetzung zu scheitern.

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Simona Marino
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