E-Auto vs. Verbrenner: Was kostet wirklich weniger?

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Welcher Fahrzeugantrieb ist wirtschaftlicher?

Ayvens, einer der größten Leasinganbieter Europas, hat eigene Leasingdaten aus 30 europäischen Ländern genutzt, um die vollständigen Betriebskosten verschiedener Antriebsarten zu vergleichen - Wertverlust, Zinsen, Reparaturen, Kraftstoff, Versicherung und Steuern inklusive. Der Car Cost Index 2026 ist bereits die zweite Auflage dieser Analyse und umfasst Fahrzeugklassen vom Kleinwagen bis zur Mittelklasse. Sie basiert auf einer Laufleistung von 30.000 Kilometern pro Jahr über vier Jahre. Das Ergebnis sagt eindeutig, welcher Antrieb heute wirtschaftlich die bessere Wahl ist. Wir sehen es uns genauer an.

Sind Elektroautos im Kleinwagensegment günstiger als Verbrenner?

Ja - in 17 von 30 untersuchten Ländern sind Elektroautos im Kleinwagensegment günstiger als vergleichbare Verbrenner.

Das war aber nicht immer so. Lange Zeit galt Elektromobilität als Domäne der Oberklasse - der hohe Anschaffungspreis war für viele eine echte Hürde, und bezahlbare Modelle im Kleinwagensegment fehlten schlicht. Das hat sich grundlegend geändert. Modelle wie der Renault 5 oder der Peugeot e-208 zeigen, dass bezahlbare Elektroautos im Kleinwagensegment heute längst Realität sind. Und die Zahlen des Car Cost Index bestätigen: Elektroautos sind im Kleinwagensegment nicht nur verfügbar, sondern oftmals auch die günstigere Wahl. In Österreich etwa betragen die durchschnittlichen monatlichen Gesamtbetriebskosten eines Elektro-Kleinwagens 783 Euro - gegenüber 884 Euro für einen vergleichbaren Benziner. Das sind rund 100 Euro weniger pro Monat, also über 1.200 Euro im Jahr.

Sind Elektroautos auch im Kompakt- und Mittelklassesegment günstiger?

Im Kompaktsegment in 19 von 30 Ländern, in der Mittelklasse in 16 von 30.


Das Kompaktsegment ist mengenmäßig das wichtigste im europäischen Flottenmarkt. In Österreich betragen die monatlichen Gesamtbetriebskosten eines Elektro-Kompaktwagens durchschnittlich 952 Euro, gegenüber 1.048 Euro für einen Benziner und 1.083 Euro für einen Diesel. In der Mittelklasse setzt sich dieses Bild fort: 1.088 Euro für ein Elektroauto, 1.182 Euro für einen Benziner.

Besonders anschaulich wird der Unterschied am direkten Modellvergleich. Der BMW i4 ist in 20 von 30 untersuchten Ländern günstiger als der BMW 3er Benziner - bei vergleichbarer Größe, vergleichbarem Segment und vergleichbarer Ausstattung. In Norwegen ist die Frage ohnehin hinfällig: Dort kann der BMW 3er mit Verbrennungsmotor regulationsbedingt gar nicht mehr bestellt werden.

Warum sind Elektroautos unterm Strich günstiger als Verbrenner?

Der entscheidende Faktor sind die Energiekosten - Strom kostet pro gefahrenem Kilometer deutlich weniger als Benzin oder Diesel.

Der Car Cost Index schlüsselt die Gesamtbetriebskosten nach Kostenarten auf. Bei Elektroautos entfallen 46 Prozent der Gesamtkosten auf den Wertverlust, bei Benzinern sind es nur 32 Prozent. Elektroautos verlieren also anteilig mehr an Wert - das ist ein realer Nachteil. Doch auf der anderen Seite der Rechnung steht: Nur 6 Prozent der Gesamtkosten eines Elektroautos entfallen auf Energie, bei Benzinern sind es 26 Prozent, bei Dieselfahrzeugen 22 Prozent. Dieser Unterschied ist so groß, dass er den höheren Wertverlust in den meisten Ländern mehr als ausgleicht. Hinzu kommt, dass Elektroautos bei Wartung und Reparaturen tendenziell günstiger abschneiden - weniger bewegliche Teile bedeuten weniger Verschleiß.

Warum sind E-Autos in manchen Ländern günstiger als in anderen?

Energiepreise, nationale Steuern, Abgaben und Förderungen beeinflussen die Gesamtkosten erheblich und erklären die großen Unterschiede zwischen den Ländern.


Die Bandbreite ist beachtlich. Portugal und Belgien sind die günstigsten Länder für Elektroautos - die monatlichen TCO liegen dort bei 626 bzw. 640 Euro. Am teuersten ist es in der Schweiz mit 1.133 Euro und der Ukraine mit 1.185 Euro. Österreich liegt bei 950 Euro, Deutschland bei 886 Euro.

Dass Deutschland trotz hoher Strompreise nicht am oberen Ende der BEV-Kosten liegt, zeigt, dass Steuern und Förderungen mindestens ebenso stark ins Gewicht fallen. In Österreich etwa verteuert die NoVA Verbrenner spürbar und verstärkt damit den TCO-Vorteil von Elektroautos. Im Kompaktsegment zahlen Verbrennerfahrer monatlich 1.048 Euro, Elektrofahrer 952 Euro. In Deutschland liegen BEV und Benziner im selben Segment nahezu gleichauf - 887 Euro gegenüber 895 Euro. Weggefallene Förderungen und hohe Strompreise bremsen dort den Kostenvorteil von Elektroautos derzeit noch aus.

Fazit: Lohnt sich der Umstieg auf ein Elektroauto finanziell?

Der Wandel ist vollzogen - zumindest rechnerisch. Elektroautos sind in der Mehrheit der europäischen Länder über alle gängigen Fahrzeugklassen hinweg die günstigere Wahl, wenn man alle Kosten zusammenrechnet. Das war vor wenigen Jahren noch anders.

Deutschland zeigt dabei, wie schnell sich das Bild verschieben kann, wenn die Politik mitzieht. Nach dem abrupten Ende des Umweltbonus Ende 2023 brachen die Zulassungszahlen ein. Seit Wiedereinführung der Förderung Anfang 2026 zieht der Markt deutlich an - im April und Mai 2026 erreichten Elektroautos einen Marktanteil von rund 25 Prozent, mit Zuwächsen von knapp 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kostenvorteil und staatliche Anreize zusammen entfalten offensichtlich ihre Wirkung.

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Simona Marino
Verkaufsleiterin

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