Citroën 2CV Concept: Die Ente kehrt als E-Auto zurück

Die Ente kommt zurück INSTADRIVE ecarso

Die Ente ist zurück? Noch nicht ganz.

Mit manchen Autos verbindet man viel mehr als bloße Fortbewegung. Die Ente gehört zweifellos dazu. Sie war eigenwillig designt, unkompliziert und gerade deshalb beliebt. Nun versucht Citroën, diesen besonderen Charakter in die heutige Zeit zu überführen. In die Zeit der Elektromobilität!

Die Studie Citroën 2CV Concept ist allerdings vorerst nur ein Versprechen auf Rädern. Sie wirft eine spannende Frage auf: Kann ein modernes Elektroauto dieselbe unbeschwerte Einfachheit verkörpern wie sein berühmter Vorgänger, ohne bloß von dessen Vergangenheit zu leben? Und wie viel von dieser Idee wird übrig bleiben, wenn daraus tatsächlich ein Serienfahrzeug entsteht? Wir gehen heute diesen Fragen nach.

Die Ente kommt zurück Heck INSTADRIVE ecarso

Warum bringt Citroën die legendäre Ente als Elektroauto zurück?

Citroën will mit dem 2CV Concept die Idee eines einfachen, erschwinglichen Alltagsautos wiederbeleben. Die Studie zeigt einen elektrischen Kleinwagen, der künftig zwischen Ami und C3 angesiedelt sein soll.


Die Geschichte der Ente begann bereits 1937 mit dem Projekt „Toute Petite Voiture“ (TPV), zu Deutsch „sehr kleines Auto“. Das damalige Lastenheft klang eher nach einem landwirtschaftlichen Nutzfahrzeug: Vier Personen und 50 Kilogramm Kartoffeln sollte der Wagen transportieren, dabei mindestens 60 km/h erreichen und möglichst einfach zu bedienen und zu warten sein. Als Citroën den fertigen 2CV 1948 auf dem Pariser Autosalon präsentierte, ahnte wohl kaum jemand, welchen Kultstatus das ungewöhnliche Fahrzeug einmal erreichen würde.

Bis zum Produktionsende 1990 entstanden mehr als fünf Millionen Exemplare. Die Ente wurde zum Symbol einer Mobilität, die sich auch Menschen mit begrenztem Budget leisten konnten. Ihr eigenwilliges Aussehen und ihre bescheidenen Fahrleistungen gehörten ebenso zum Charakter wie die robuste, leicht verständliche Technik.

Hinter der Neuauflage steckt eine handfeste Überlegung: Mit geringem Gewicht und einfach zu reparierenden Bauteilen will Citroën die Kosten des künftigen Elektroautos begrenzen. Damit knüpft der Hersteller an einen wesentlichen Vorteil des Originals an.

Wie viel vom Original steckt im Design des Citroën 2CV Concept?

Der Citroën 2CV Concept übernimmt die unverwechselbare Silhouette der historischen Ente. Moderne LED-Technik, neu gestaltete Karosserieflächen und zahlreiche liebevolle Details führen das klassische Erscheinungsbild in die Gegenwart.


Die steil stehende Windschutzscheibe, die ausgeprägten Kotflügel und das sanft gewölbte Dach lassen ebenfalls keinen Zweifel an der Verwandtschaft mit dem Original. Auf komplizierte Sicken und scharfe Kanten haben die Designer weitgehend verzichtet. So wirkt die Studie trotz ihrer modernen Gestaltung erstaunlich vertraut.

Auch in der Seitenansicht gibt es einiges zu entdecken. Die schlanken Türgriffe sind klassisch gehalten, die Blinker sitzen wie beim historischen Vorbild in den hinteren Dachsäulen. Auffälliger fallen die 18-Zoll-Stahlräder aus, die das ursprüngliche Raddesign neu interpretieren. Die eigens entwickelten Michelin-Reifen tragen sogar ein Muster mit den typischen Citroën-Doppelwinkeln. Am Heck treffen schmale LED-Rückleuchten auf eine schwarze Heckklappe mit drei horizontalen Zierelementen und einem gut sichtbaren Griff.

Manche Gestaltungselemente haben einen ganz praktischen Hintergrund. Die separat montierten Stoßfänger sollen sich nach kleineren Unfällen einzeln austauschen lassen. Auch die einfach gehaltenen Karosserieteile könnten Herstellung und Reparaturen günstiger machen. Damit greift Citroën einen wichtigen Grundgedanken des früheren 2CV auf.

Besonders viel Aufmerksamkeit verdienen die kleinen Spielereien. Die Lackierung in „Infra Red“ wechselt je nach Lichteinfall zwischen Orange sowie gelblichen und rötlichen Reflexen. Auf der Windschutzscheibe erinnern die Zahlen 48, 90 und 26 an die wichtigsten Jahreszahlen der Modellgeschichte. Das digitale Kennzeichen kann verschiedene internationale Spitznamen der Ente anzeigen. Selbst die Hupe und das Startgeräusch des Elektromotors sind dem Klang des Originals nachempfunden.

Ob all diese Eigenheiten den Weg in die Serienproduktion finden, bleibt abzuwarten. Gerade die ungewöhnlichen Details machen aber einen großen Teil des Charmes dieser Studie aus.

Was bietet der Citroën 2CV Concept bei Technik und Reichweite?

Der elektrische Citroën 2CV Concept ist 3,76 Meter lang und soll rund 1.000 Kilogramm wiegen. Angaben zu Motorleistung, Batteriekapazität und Reichweite fehlen bislang.

Bei den Abmessungen hat sich Citroën zurückgehalten. Die Studie ist sogar neun Zentimeter kürzer als die historische Ente und dürfte sich damit besonders leicht durch enge Straßen manövrieren lassen. Gleichzeitig soll sie genügend Platz für den Alltag bieten, sowohl in der Stadt als auch auf dem Land.

Beim Gewicht liegen zwischen Original und Neuinterpretation allerdings Welten. Frühe 2CV-Modelle brachten gerade einmal rund 500 Kilogramm auf die Waage, spätere Versionen etwa 600 Kilogramm. Für ein heutiges Elektroauto wäre das von Citroën angestrebte Gewicht dennoch bemerkenswert niedrig. Zum Vergleich: Der aktuelle elektrische Renault Twingo E-Tech wiegt rund 1.275 Kilogramm.

Hinter der konsequenten Gewichtsreduzierung steckt auch eine wirtschaftliche Überlegung. Ein leichteres Fahrzeug benötigt weniger Energie und kommt deshalb mit einer kleineren Batterie aus. Das senkt die Herstellungskosten und kann gleichzeitig den Stromverbrauch reduzieren. Aufwendige Technik und überdimensionierte Akkupakete passen ohnehin kaum zu einem Fahrzeug, das in erster Linie für alltägliche Fahrten gedacht ist.

Wie viel Leistung die elektrische Ente letztlich bekommen wird, lässt sich derzeit nicht sagen. Ihr historisches Vorbild war mit einem luftgekühlten Zweizylinder-Boxermotor unterwegs, der je nach Baujahr zwischen 9 und 29 PS leistete. Bei der Neuauflage dürfte der Schwerpunkt ebenfalls auf genügsamer Fortbewegung liegen. Eine konkrete Reichweitenprognose wäre angesichts der fehlenden Batteriedaten allerdings reine Spekulation.

Interessant ist die Zusammenarbeit mit Michelin. Beide Unternehmen haben für das Konzept einen sogenannten digitalen Reifenzwilling entwickelt. Die Technologie kommt ohne zusätzliche Sensoren im Reifen aus und wertet stattdessen bereits vorhandene Fahrzeugdaten aus. So sollen unter anderem Bodenhaftung, Reifenverschleiß, Luftdruck und Beladung beurteilt werden. Das System kann daraufhin das Fahrverhalten an die jeweiligen Bedingungen anpassen und frühzeitig auf einen notwendigen Reifenwechsel hinweisen.

Auch bei der Materialauswahl verfolgt Citroën einen ressourcenschonenden Ansatz. Recycelte und recycelbare Werkstoffe sollen den Materialaufwand begrenzen. Ob das angestrebte Gewicht und die vorgestellten technischen Lösungen tatsächlich in der Serienversion umgesetzt werden, ist noch offen.

Citroen 2CV Cockpitansicht

Die Ente kommt zurück Cockpit INSTADRIVE ecarso

Welche ungewöhnlichen Ideen bietet der Innenraum des Citroën 2CV Concept?

Vier Sitzplätze auf zwei durchgehenden Sitzbänken, ein reduziertes Cockpit mit 8-Zoll-Touchscreen und ein aufrollbares Stoffdach für Fahrten unter freiem Himmel prägen den Innenraum der Studie.

Wer in die neue Ente einsteigt, sucht das übliche Armaturenbrett vergeblich. Citroën hat den vorderen Bereich weitgehend freigeräumt und die wichtigsten Bedienelemente auf einem zylinderförmigen Träger untergebracht. Das schafft ein erstaunlich luftiges Raumgefühl. Die breiten Sitzbänke mit Citroëns Advanced-Comfort-Technologie sollen dabei für den markentypischen Komfort sorgen. Ihre sichtbaren Rohrrahmen erinnern an die schlichte Konstruktion des historischen 2CV.

Besonders originell ist die herausnehmbare vordere Sitzbank. Sie lässt sich außerhalb des Fahrzeugs beispielsweise beim Picknick verwenden. Auch die Mittelkonsole hat Citroën kurzerhand eingespart und durch einen herausnehmbaren Aufbewahrungskorb ersetzt. Die Türen werden über weiche Stoffschlaufen geöffnet.

Trotz aller Nostalgie gibt es moderne Technik. Hinter dem charakteristischen Einspeichenlenkrad projiziert das Smart Vision Display Informationen wie Geschwindigkeit, Batterieladestand und Navigationshinweise ins Sichtfeld des Fahrers. Die Geschwindigkeitsanzeige erinnert dabei an den Walzentachometer des früheren Citroën GS. Der quadratische Touchscreen übernimmt die Steuerung des Infotainments und verschiedener Fahrzeugfunktionen. Für Temperatur, Lautstärke und Gebläse gibt es weiterhin drei physische Bedienelemente. Die farbenfrohe Bildschirmgrafik stammt aus der Comicwelt und enthält Illustrationen des belgischen Zeichners Jean-Luc Delvaux.

Eine besonders charmante Idee ist das „Radioën“. Das kleine Audiosystem lässt sich aus seiner Halterung nehmen und als tragbarer Lautsprecher verwenden. Für echtes Ente-Feeling sorgt das schwarze Stoffdach: Wie beim historischen Vorbild lässt es sich von Hand aufrollen, sodass die Insassen oben offen fahren können. Wird das Dach wieder geschlossen, gelangt durch das lichtdurchlässige Material trotzdem noch Tageslicht in den Innenraum. Für gemütliche Abende haben die Designer sogar eine Lichterkette am Dachhimmel vorgesehen.

Auch bei den Materialien darf es verspielt zugehen. Gelb karierte Sitzbezüge erinnern an historische 2CV-Modelle, beige Bedienelemente zitieren das früher verwendete Bakelit. Strukturierte Stoffe in Flechtoptik, Holz und biobasierte Kunststoffe verleihen dem Innenraum eine ungewöhnlich wohnliche Atmosphäre. Auf den Pedalen zeigen eine Schildkröte und ein Hase, wo gebremst und beschleunigt wird. Und weil bei einer Ente offenbar auch Eier nicht fehlen dürfen, sind die Türablagen eigens für deren Transport ausgelegt.

Gerade diese Einfälle machen den Innenraum so sympathisch. Allerdings dürfte längst nicht jede Idee den Sprung in die Serienproduktion schaffen. Besonders bei den Sitzen und den ungewöhnlichen Bedienlösungen bleibt abzuwarten, wie Citroën die Anforderungen an Sicherheit und Alltagstauglichkeit umsetzen wird.

Wann kommt der neue Citroën 2CV auf den Markt und was soll er kosten?

Citroën will das Serienmodell bis 2028 vorstellen und in Europa produzieren. Der angestrebte Einstiegspreis liegt bei rund 15.000 Euro. Ein konkreter Verkaufsstart steht noch nicht fest.

Mit diesem Preis würde sich die elektrische Ente im besonders günstigen Einstiegssegment positionieren. Allerdings handelt es sich bislang um eine Zielvorgabe des Herstellers und keineswegs um einen verbindlichen Listenpreis. Welche Ausstattung Käufer für diesen Betrag erwarten dürfen, ist ebenfalls noch unklar.

Bis dahin hat Citroën noch einiges vor sich. Das auf dem Pariser Autosalon 2026 gezeigte Konzeptfahrzeug besitzt keine Straßenzulassung und kann in dieser Form nicht gekauft werden. Auch einen Termin für den Bestellstart oder die ersten Auslieferungen hat der Hersteller noch nicht genannt. Die Präsentation des Serienmodells bedeutet also nicht automatisch, dass die neue Ente unmittelbar danach beim Händler steht.

Interessant ist außerdem, dass Citroën das Fahrzeug auf die künftigen europäischen E-Car-Regularien ausrichten möchte. Diese sollen den Weg für eine neue Generation erschwinglicher Elektro-Kleinwagen ebnen. Welche konkreten Anforderungen dabei für die Serienversion gelten werden, bleibt allerdings abzuwarten.

Gerade der angekündigte Preis dürfte darüber entscheiden, wie erfolgreich die Rückkehr der Ente wird. Schließlich muss Citroën erst noch beweisen, dass sich das ungewöhnliche Konzept tatsächlich zu einem alltagstauglichen Elektroauto entwickeln lässt, das für möglichst viele Menschen bezahlbar bleibt.

Fazit: Kultstatus allein reicht nicht

Die Neuinterpretation der Ente könnte das Zeug dazu haben, mehr als nur nostalgische Gefühle zu wecken. So könnte eine Automobilikone aus vergangenen Zeiten dem Markt für erschwingliche Elektroautos frischen Schwung verleihen. Ein günstiger Kleinwagen, den man nicht nur aus Vernunft kauft, sondern einfach unbedingt haben möchte!

Allerdings lässt sich der Charme eines Konzeptfahrzeugs nicht einfach in die Serienproduktion übertragen. Spätestens wenn Kostenüberlegungen, Sicherheitsanforderungen und wirtschaftliche Zwänge auf die kreativen Ideen der Entwickler treffen, wird sich zeigen, wie ernst es Citroën mit seinem ungewöhnlichen Ansatz meint.

Gelingt der Spagat, könnte die neue Ente weit über ihren berühmten Namen hinaus ein bedeutsames Fahrzeug werden.

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Simona Marino
Verkaufsleiterin

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