Passat oder ID.7? Wer ist günstiger im Alltag?

Praxistest mit einem Passat und einem ID.7 unter Realbedingungen

Der YouTube-Kanal JÖNOHS hat ungewöhnlich saubere Testbedingungen geschaffen, um eine wichtige Frage zu beantworten: Wie schlägt sich ein Elektroauto wirklich gegen einen vergleichbaren Verbrenner, wenn beide exakt denselben Alltag bestehen müssen? Was dabei herauskam, überrascht nicht nur bei den Verbrauchswerten, sondern vor allem bei den Kosten.

VW ID.7 Touring front INSATDRIVE ecarso

Wie unterscheiden sich Passat eTSI und ID.7 Tourer technisch?

Auf den ersten Blick ziemlich ähnlich, trennen sich unter der Haube die Wege deutlich.


Der Passat tritt mit dem 1,5 eTSI an, einem 1,5-Liter-Benziner mit 48-Volt-Mild-Hybrid-Unterstützung und Ottopartikelfilter (OPF). Er leistet 110 kW (150 PS) und rollt im Test auf 18-Zoll-Felgen. Der ID.7 Tourer setzt auf den elektrischen Antrieb APP 550, VWs aktuelles Antriebssystem für die Hinterachse, das hier 210 kW (286 PS) mobilisiert, fast das Doppelte des Passat. Die Testversion kommt mit 19-Zoll-Felgen.

Bei den Abmessungen liegen beide nah beieinander: Der Passat misst 4,92 Meter in der Länge und 1,50 Meter in der Höhe, der ID.7 Tourer ist mit 4,96 Metern und 1,55 Metern minimal größer. Beim Stauraum hat der Verbrenner die Nase vorn, 690 Liter stehen im Passat zur Verfügung, 605 Liter im ID.7. Einen zusätzlichen Frunk unter der Fronthaube bietet der ID.7 konstruktionsbedingt nicht.

Der Passat schöpft seine Reichweite aus einem 66-Liter-Tank und kommt damit laut WLTP auf rund 1.100 Kilometer. Der ID.7 Tourer bezieht seine Energie aus einer 77-kWh-Nettobatterie und erreicht nach WLTP eine Reichweite von 590 Kilometern, bei einem Verbrauch von 14,81 kWh pro 100 Kilometer. Wie beide Werte sich im echten Testalltag geschlagen haben, zeigt sich erst im nächsten Abschnitt, WLTP-Angaben und Praxisverbrauch liegen bei Autos beider Antriebsarten traditionell nicht besonders nah beieinander.

Bei der Ausstattung punktet der ID.7 mit einem serienmäßigen Head-up-Display und einem ebenen Fondboden ohne störenden Kardantunnel, der beim Passat konstruktionsbedingt vorhanden ist. Ein kleiner Nachteil des Elektroautos bleibt die auf 180 km/h begrenzte Höchstgeschwindigkeit, während der Passat hier keine Softwaregrenze kennt.

Preislich manifestiert sich der Leistungsvorsprung des ID.7: In den getesteten Konfigurationen kostet der Passat 62.375 Euro, der ID.7 Tourer 68.440 Euro, ein Aufpreis von 6.065 Euro für fast doppelte Motorleistung, mehr Komfortausstattung und ein spürbar moderneres Antriebskonzept.

Wie haben sich beide Autos im Alltagstest geschlagen?

Der Verbrenner verbraucht weniger als erwartet, das Elektroauto bleibt aber im Fahrgefühl klar überlegen.


Nach einer gemeinsamen Teststrecke von 267 Kilometern, darunter tägliches Pendeln von rund 30 Kilometern sowie einem rund 100 Kilometer langer Ausflug bei über 30 Grad mit Autobahnetappen im Höchsttempo, zeigt sich ein differenziertes Bild.
Der Passat verbrauchte im Schnitt 6,8 Liter auf 100 Kilometer, am ersten Testtag lag der Wert sogar kurzzeitig bei nur 4 Litern, bevor er sich bei 6,6 bis 6,8 Litern einpendelte. Damit liegt der reale Verbrauch spürbar über der WLTP-Angabe von 5,7 Litern, ein für Verbrenner im Alltag typisches Muster. Der ID.7 kam auf 15,8 kWh pro 100 Kilometer, ebenfalls oberhalb seines WLTP-Werts von 14,81 kWh, wenn auch die Abweichung hier geringer ausfällt.
Im Fahrgefühl zieht das Elektroauto klar vorbei. Ohne Verbrennerlärm wirkt der ID.7 insgesamt ruhiger und komfortabler, ein Vorteil, der sich gerade im Pendelalltag mit viel Stop-and-go bemerkbar macht. Die Rekuperation des ID.7 erlaubt in der B-Stellung nahezu echtes One-Pedal-Driving bis zum Stillstand, sodass die Bremse im Alltag kaum noch gebraucht wird. Der Passat kontert mit seinem 48-Volt-System durch Segeln, bei dem der Verbrennungsmotor während der Fahrt komplett abgeschaltet wird, um Sprit zu sparen, ein cleverer Kompromiss, der aber am Prinzip nichts ändert: Ein Verbrennungsmotor bleibt im Kern ineffizienter als ein Elektroantrieb.
Bei der Reichweite zeigt sich der einzige echte Vorteil des Passat im Alltag. Nach 267 Kilometern blieben ihm laut Bordcomputer noch 860 Kilometer Restreichweite, der ID.7 lag bei 207 Kilometern und 39 Prozent Akkustand. Für die Praxis relevant ist das trotzdem kaum, denn der ID.7 hätte die gesamte Testwoche auch ohne Zwischenladen überstanden, ein Beleg dafür, dass die geringere Reichweite des Elektroautos im typischen Pendelalltag selten zum echten Problem wird.

Was hat die Testwoche wirklich gekostet?

Selbst im ungünstigsten Ladeszenario bleibt das Elektroauto günstiger als der Verbrenner.


Beim Laden zuhause an der Wallbox zu einem angenommenen Strompreis von 26 Cent pro kWh kostete die gesamte Ladung des ID.7 in der Testwoche 13,47 Euro. Wer stattdessen am Supermarkt lädt, etwa bei Lidl oder McDonald's, landet bei 26,94 Euro. Im teuersten Szenario, dem Laden an Partnerstationen zu 62 Cent pro kWh, steigen die Kosten auf 32,12 Euro.
Beim Passat fielen für die Testwoche reale Tankkosten von 41,18 Euro an, bei einem Spritpreis von 1,819 Euro pro Liter. Bereinigt um die zusätzliche Anfahrt zur Tankstelle kalkuliert der Tester mit 38,55 Euro. Ab Juli entfällt zudem der staatliche Tankrabatt, der Literpreis steigt dadurch auf etwa 1,989 Euro, was die Kosten auf rund 42,15 Euro anheben würde, ein Ausblick, der den Kostenvorteil des Elektroautos in naher Zukunft weiter vergrößern wird.
Im direkten Vergleich der Kosten pro 100 Kilometer, gerechnet mit dem teuersten Lade-Szenario für den ID.7, ergibt sich ein deutliches Bild: Das Elektroauto kommt auf 12,03 Euro, der Verbrenner auf 15,78 Euro. Selbst wer nie zuhause lädt und ausschließlich auf die teuersten öffentlichen Ladepunkte angewiesen ist, fährt mit dem ID.7 also günstiger als mit dem Passat, ein Ergebnis, das viele so sicher nicht erwartet haben.

VW ID.7 Touring Cockpitansicht

VW ID.7 Touring Cockpit INSTADRIVE ecarso

Fazit: Der Alltag hat entschieden

Der Test von JÖNOHS liefert etwas, das in der Debatte um Elektromobilität oft fehlt: einen ehrlichen, alltagsnahen Vergleich unter gleichen Bedingungen. Das Ergebnis überrascht in beide Richtungen. Der moderne Verbrenner ist im Alltag sparsamer, als viele erwarten würden, das relativiert so manches pauschale Verbrenner-Bashing. Trotzdem bleibt am Ende die Elektromobilität die günstigere Wahl, selbst dann, wenn man sie unter denkbar ungünstigen Bedingungen betreibt und nie zuhause lädt.
Wer also eine eigene Wallbox hat, fährt mit dem ID.7 nicht nur leiser und komfortabler, sondern auch viel günstiger. Und selbst ohne Wallbox, mit Laden ausschließlich an teuren öffentlichen Punkten, bleibt der Kostenvorteil bestehen. Der Test zeigt damit im Kleinen, was sich im Großen längst abzeichnet: Elektromobilität ist im Alltag angekommen, nicht als Kompromiss, sondern als die wirtschaftlichere Option.

Kostenlosen Termin buchen. Beraten lassen. 50 € geschenkt*.

Lass dich von unseren E-Auto-Spezialisten zu Fahrzeugen und Leasing-Optionen beraten – unabhängig von Marken und ganz auf deine Bedürfnisse zugeschnitten.

*Jetzt oder nie: 50 € Bonus bei Bestellung innerhalb von 14 Tagen nach kostenlosem Beratungstermin!
simona marino key account management INSTADRIVE E-Autos mieten leasen abonnieren

Simona Marino
Verkaufsleiterin

Regelmäßige E-Mobility Updates sichern!

Einmal im Monat die wichtigsten News zur Elektromobilität ins Postfach.

Insert Content Template or Symbol

Elektroauto fahren leicht gemacht:

instadrive-e-auto-abo

Das Elektroauto-Abo ohne Kopfschmerzen: All-inclusive. Du brauchst dir nur noch um deine Freizeit Gedanken zu machen.

>